Am Wochenende habe ich einige Zeit mit dieser fantastischen Präsentation von Paul Adams verbracht. Paul Adams arbeitet bei Google als Abteilungsleiter für “User Research” und beobachtet das Nutzerverhalten auf Social Networks wie Youtube, Buzz oder Facebook.
Auf den obigen Folien stellt er einen grandiosen Zusammenhang zwischen dem “echten Leben” und “Social Networks” dar. Er stellt unter anderem heraus, dass viele Facebook-Nutzer nicht wissen, wer bei Ihren Status-Meldungen mitliest, geschweige denn wer die Fotos seiner Freunde sehen kann.
Das reale Leben in Verbindung mit der Internet-Identität
Durch schöne Beispiele vergleicht er das reale, soziale Leben von der Schwimmlehrerin Debbie mit Ihrer “Internet-Identität”. Im folgenden möchte ich etwas ausführlicher auf dieses Beispiel eingehen.
Eine kurze Übersicht über Debbies soziale Strukturen:
- Früher lebte Debbie in Los Angeles. Hieraus resultiert der Freundeskreis “LA friends”
- Nun lebt Debbie in San Diego und hat weitere Bekanntschaften geschlossen, die im Freundeskreis “San Diego friends” zusammengefasst sind
- Ihre Familie findet man im Freundeskreis “family”
- Außerdem ist Debbie Schwimmlehrerin. Sie trainiert Kinder, welche auch über Facebook mit Ihr verbunden sind. Sie findet man unter dem Freundeskreis “Swimming kids”

Einige Ihrer Freunde aus Los Angles arbeiten in einer Bar und lieben das Party-Leben. Daraus entstehen immer wieder, sagen wir “unvorteilhafte” Fotos, die sie auf Facebook hochladen. Diese Fotos findet Debbie zwar extrem lustig, dennoch sollte Sie vielleicht nicht jeder aus Ihrem Facebook-Freundeskreis sehen. Dadurch, dass Debbie allerdings diese Fotos kommentiert, werden Sie für all Ihre Freunde sichtbar (hier kommt es natürlich auch auf die Privatsphäre-Einstellungen der Person an, die die Fotos hochgeladen hat). Das bedeutet natürlich, dass auch die Kinder aus Ihrem Schwimmunterricht und Arbeitskollegen Zugriff auf die leicht zwielichtigen Bilder haben.
Eigentlich sind wir uns alle über diese Problematik bewusst, dennoch wird Sie oft missachtet. Ich finde es klasse, dass diese Präsentation nochmal explizit darauf aufmerksam macht.
Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook
Die Lösung dieses “Problems” könnten die “Privatsphäre-Einstellungen” von Facebook sein. Hier kann man mittlerweile relativ einfach “Listen” erstellen und unterschiedliche Zugriffsrechte erteilen. Ich werde mich demnächst in einem ausführlicheren Artikel mit diesem Thema beschäftigen.
Im Folgenden geht Paul auch noch auf die verschiedenen Einflüsse durch Social Networks ein. Hier untersucht er u.a. das Kaufverhalten, die Jobauswahl und andere kritische Entscheidungen. Es wäre zu viel dies nun alles in diesem Artikel wiederzugeben, daher möchte ich Euch einfach nur diese Präsentation ans Herz legen.
Die Folien dieser Präsentation bestechen zwar nicht durch die perfekte Hochglanz-Aufmachung, allerdings ist es der Inhalt der einen absoluten Mehrwert bietet. Durch die Beschreibungen unterhalb der Folien kann man ideal nachvollziehen, was Paul in seiner Präsentation gesagt haben muss. Einfach klasse!
Während ich die Folien so durchklickte kam mir der Gedanke, dass man auf Grundlage dieser Präsentation mit Leichtigkeit ein Buch schreiben könnte. Auf Folie 216 kam die Ernüchterung, Paul Adams hat das Buch natürlich längst verfasst. Es heißt “Social Circles” und ist derzeit leider nicht auf Amazon verfügbar. Ich werde es mir aber so bald wie Möglich bestellen.
Ich gebe zu, für einen Montagmorgen ist diese Präsentation keine leichte Kost, dennoch lohnt es sich Ihr einige Zeit zu schenken. Denn nach den 224 Folien wird noch einmal bewusst welchen Einfluss das Internet schon heute auf uns hat.
Nun meine Fragen an Euch: Wie handhabt Ihr es mit Euren Freunden bei Facebook? Darf jeder, alles sehen oder habt Ihr ganz klare Einschränkungen? Wie gefällt Euch die Präsentation? Wie wichtig ist für Euch das Thema “Privatsphäre im Internet” generell? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!


