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iPad: Revolution oder Hardware-Schrott?

Da ist das Ding! Seit nun mehr zwei Tagen bin ich stolzer Besitzer eines iPads (wen’s interessiert: 32 GB WLAN), einem Gerät, welches weltweit für Aufsehen sorgt und das Internet revolutionieren soll. Doch ist der Hype berechtigt?

Im folgenden Artikel möchte ich Euch meine ersten Eindrücke schildern und sowohl positive, als auch negative Kritik äußern. Fakt ist, dass das iPad eine ungeheure Anziehungskraft auf technik-affine Menschen hat. Mehrfach wurden mir zwei Fragen gestellt. Als erstes: “WOW! Ist das ein iPad?” und darauffolgend: “Darf ich das mal anfassen?”

Das iPad: Scheinbar mehr als ein Stück “Hardware”

Als ich Dienstagabend, das iPad das erste mal in den Händen hielt, schwirrten mir verschiedene Eindrücke durch den Kopf. Der Erste war: “Man ist das schwer” (obwohl es eigentlich “nur” 680 Gramm wiegt), auf der anderen Seite fand ich es äußerst handlich und, wie von Apple gewohnt, extrem wertig.

Einfach beschrieben wirkt es wie ein überdimensioniertes iPhone (das iPad ist 24,28 cm hoch und 18,97 cm breit). Von der Oberfläche und der Begebenheit ist es, bis auf die Größe, absolut identisch mit dem iPhone. Die Rückseite ist vergleichbar mit der Rückseite des “alten” iPhones. Es ist eine Art Aluminiumbeschichtung, die man auch vom MacBook Pro kennt.

Sehr positiv finde ich, dass das Gerät sehr “dünn” geraten ist. Hier ein Vergleich (das iPad liegt ganz oben und hat in etwa die gleiche “Dicke” wie die Zeitschrift “brandeins”, die direkt darunter liegt. Die offizielle Tiefe des Geräts beträgt 1,34 cm):

Nun wollte ich gleich loslegen und schaltete das Gerät ein. Nach wenigen Sekunden wurde ich dazu aufgefordert, das iPad mit iTunes zu verbinden und es zu registrieren. Gesagt, getan. Nach knappen 2 Minuten war die Registrierung abgeschlossen und ich konnte entscheiden, welche Inhalte synchronisiert werden sollten. Für den ersten Test entschied ich mich für eine kleine Musikauswahl, einige Fotos, ein paar Videos und vor allem ein paar Apps (man kann die ganz normalen iPhone Apps auch auf dem iPad verwenden. In der unteren Ecke errscheint in dem Fall dann ein Button, der mit “2x” beschriftet ist und die Anwendung entsprechend vergrößert.).

Wiederum nach wenigen Minuten war die Synchronisation abgeschlossen und ich konnte endlich beginnen. Ich hab nur noch kurz mein WLAN konfiguriert und los ging’s!

Das iPad revolutioniert das Surfen

Ich begann mit dem ganz normalen “surfen”. Dazu muss man sagen, dass das iPad wirklich gut in der Hand liegt. Auch die Displaygröße habe ich als sehr angenehm wahrgenommen. Es ist ein komplett anderes Gefühl als vor einem “normalen” PC oder Mac zu sitzen. Es ist anders, aber genial! Äußerst positiv ist auch der Prozessor. Das ein- und auszoomen einer Website funktioniert einwandfrei und rasend schnell. Negativ ist, dass natürlich jeder “Klick” einen Fingerabdruck hinterlässt und das Gerät nach wenigen Minuten einfach “gebraucht” aussieht. Damit kann man allerdings leben. Ein deutlich schwerwiegenderer Kritikpunkt ist, mal wieder, die fehlende Flash-Anbindung. Dies führt dazu, dass ein eingebundenes Vimeo-Video auf unserem Blog dann so aussieht wie der erste Beitrag auf diesem Foto und nicht abgespielt werden kann:

Flash wird nie auf dem iPad oder iPhone unterstützt werden

Sehr, sehr schade. Aber der gute Herr Jobs hat seine Gründe dafür, die er in einem aktuellen offenen Brief an Adobe dargelegt hat. Es wäre einen weiteren Artikel wert, euch Details über diesen Brief und die genannten Gründe zu nennen, doch André von Basic Thinking hat schon einen fantastischen Artikel zu dieser Thematik verfasst, den Ihr Euch anschauen solltet. Nur so viel sei gesagt: Apple hat sich auf HTML-5 festgelegt und wird Animationen, wie beispielsweise Youtube-Videos durch diese Technik unterstützen (einen weiteren, tollen Artikel zu diesem Thema gibt es auf Mashable).

Als nächstes widmete ich mich kurz den Fotos. Die Diashows sind wirklich toll, zum Zeigen von Urlaubsfotos ist das einfach genial und macht ne Menge her. Außerdem kann man darüber nachdenken, das iPad (bevorzugt in einer Docking-Station) als digitalen Bilderrahmen zu verwenden.

Man hält die Welt in den Händen

Danach schaute ich mir die “Karten” (Google Maps) auf dem iPad an und war begeistert. Das ist wirklich der Knaller! So etwas hab ich noch nie gesehen. Man kann so schnell zoomen und sich alle Möglichen Teile unseres Planetens ansehen, dass es eine wahre Freude ist. Eine knappe halbe Stunde, hab ich mir verschiedene Orte angeschaut. Das hat mich wirklich fasziniert! Und so sieht’s aus:

Ein weiteres Highlight auf dem iPad ist die E-Mail-Funktion. Schnell und einfach, habe ich meinen Googlemail-Account eingerichtet und konnte direkt durchstarten. Die sehr übersichtlich gestaltete Application bietet viel Komfort beim E-Mails lesen. Auch das E-Mail-Schreiben stellt keine großen Probleme dar (ich würde jetzt keine Romane auf dem iPad schreiben, aber für kurze bis mittlere Texte ist das vollkommen in Ordnung). Ähnlich wie bei Outlook, sieht man in der linken Spalte eine E-Mail-Übersicht und in der rechten, größeren Spalte, die Vorschau der E-Mail:

Auch toll ist der Google Reader auf dem iPad. Damit macht es einfach unheimlich viel Spaß Artikel zu lesen und das Internet zu durchforsten. Es ist ein ganz neues Erlebnis. Der Google Reader sieht auf dem iPad so aus:

Als Fazit der ersten beiden Tage kann ich nur sagen, dass ich äußerst zufrieden bin. Ein wirklich tolles Gerät, auch wenn es noch einige Mängel hat. Allen voran das Flash-Problem. Auch ärgerlich ist, dass der deutsche App-Store für das iPad noch nicht verfügbar ist. Dieser wird höchstwahrscheinlich erst gegen Ende Mai, mit dem Launch des iPads in Deutschland freigeschaltet. Dies bedeutet für mich, dass ich mich entweder noch ein bisschen gedulden muss oder mir einen amerikanischen Account anlegen muss.

Hier noch mal eine kurze Zusammenfassung der Vor- und Nachteile:

VORTEILE

  • Sehr gute Verarbeitung (es wirkt sehr wertig)
  • Schneller Prozessor (deutlich schneller als das iPhone 3GS)
  • Klarer Bildschirm (man kann sehr gut darauf lesen)
  • Ergonomisch geformt (es liegt gut in der Hand)

NACHTEILE

  • Keine Flash-Unterstützung (d.h. beispielsweise keine Vimeo-Videos)
  • Noch nicht in Deutschland verfügbar (auch noch kein deutscher App-Store)
  • Display ständig verschmiert (Fingerabdrücke so weit man sieht)
  • Relativ teuer (599 $ für die 32 GB WLAN Version)
  • Auf Dauer relativ schwer (680 Gramm)
  • Fehlende Schnittstellen (lediglich die “Standard-Apple-Schnittstelle”, sowie einen Kopfhörer-Eingang)

In Deutschland soll man das iPad ab dem 08. Mai vorbestellen können. Verfügbar soll es dann ab Ende Mai sein. Das sagt zumindest die Apple-Website.

Falls Ihr Euch noch weitergehend für das iPad interessiert kann ich Euch folgende Artikel ans Herz legen:

Wie gefällt Euch das iPad? Werdet Ihr eins kaufen? Was denkt Ihr über das WePad? Wollt Ihr noch mehr sehen? Interessiert Euch etwas spezielles? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Thorsten Rusch vor 5 Jahren

Kommentare

  • jenssagt:
    30. Apr. 2010 um 11:25

    hi,

    schöner artikel. wo hast du das ipad gekauft und was hast du bezahlt?

    jens

  • Thorstensagt:
    30. Apr. 2010 um 12:09

    Hi Jens,

    danke für dein Feedback. Hab das iPad aus den USA (599 $ –> ca. 480 €). Eine Übersicht über die genauen Kosten findest du hier: http://gutjahr.biz/blog/2010/04/ipad-verkaufsstart-deutschland/

    Viele Grüße,
    Thorsten

  • Egonsagt:
    30. Apr. 2010 um 17:08

    waren es alle Nachteile? wohl kaum!
    Gewicht ist nicht ohne, schon mal 2 Stunden Bahn gefahren damit?
    Wo bleiben die gängigsten Schnittstellen?
    Ich finde wie die übrigen kleinen Applemodelle auch das Teil leider funktional Schrott wenn man mehr als nur dem Appel-Diktat folgen will.
    Durch den Diktat wird Apple eben nie die Masse erreichen, aber es ist auch gut so denke ich. So bleibt es zumindest spannend.

  • Thorsten Ruschsagt:
    01. May. 2010 um 14:39

    Hallo Egon,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Auf das Gewicht war ich im Text ja schon eingegangen. Bei der Auflistung der Nachteile hatte ich diesen Punkt aber schlichtweg vergessen.
    Deine Anmerkung mit den fehlenden Schnittstellen habe ich auch noch bei den Nachteilen mit aufgenommen. Da hast du definitiv recht.
    Natürlich wird man durch Apple in einer gewissen Weise eingeschränkt (durch fehlende Schnittstellen und Software-Beschränkungen), ich nehme das jedoch in Kauf, denn ich finde die Geräte trotzdem äußerst innovativ und funktional. Auf meinen iMac will ich bei der Fotobearbeitung nicht mehr verzichten.
    Was das iPad angeht, gibt es in meinen Augen (noch) keine erstzunehmenden Alternativen. Ich bin auf das WePad gespannt und hoffe es auch bald mal in den Händen halten zu dürfen. Es wird aber schwer werden an das iPad heran zu kommen.
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
    Thorsten

  • Jenssagt:
    01. May. 2010 um 23:18

    Leute, so ganz richtig ist das nicht. Es wird als Zubehör doch nen USB-Adapter geben, den sich Apple (wie immer) teuer bezahlen lassen wird.

    Eigentlich eher etwas peinlich, wenn man an so einem tollen Gerät nicht mal ein oder zwei USB-Anschlüsse oder nen Slot für Speicherkarten hat.

    Super finde ich bei iphone, ipod touch und ipad die reaktion der Geräte bei Berührung. Da ruckelt nichts, wenn man mit dem Finger die Geräte erkundet. Das muss man Apple erst mal nachmachen!
    Der Rest schreckt mich eher ab. Habe mir als einziges Apple-Produkt nen ipod touch zugelegt. So weit zufrieden. Stören ist halt der goldene Käfig, in den man sich bei Apple begibt. Deswegen würd mir auch kein ipad ins Haus kommen, auch wenn das Gerät selber echt ne Wucht ist.

  • Egonsagt:
    02. May. 2010 um 11:19

    @Jens
    dann schau dir mal bitte HTC Desire an. Dieses Gerät schickt den iPhone in die Rente. Die Leute kennen eben nur das, was gut vermarktet wird, über den Tellerrand schauen die wenigsten. Desire hat deutlich mehr zu bieten und ist aus meiner Sicht aktuell Top1 unter den Smartphones. Es gab mal ein Test, wo Desire Platz 1 gewann und iPhone auf Platz 8 abgeschlagen wurde. Aber davon halte ich nichts. Für mich zählen tech. Spezifikationen. ;)

  • Alexsagt:
    09. May. 2010 um 18:39

    Hey,
    wir haben auch das iPad seit 2 Wochen zuhause.
    Ebenfalls die 32GB Version, halt der goldene Mittelweg.
    Sind einfach nur begeistert.
    Angenehmen Sonntagabend,
    Alex

  • Paulsagt:
    10. Jun. 2010 um 14:47

    Wow! Du konntest dir also verschiedene Orte bei Google-Maps anschaun? Wirklich? Das ist ja total neu und beeindruckend! Und du kannst E-Mails damit schreiben? Auf einem Touchscreen, auf dem die Finger nicht ordentlich positioniert werden können? Das ist ja unglaublich! Und im “Internet” surfen kannst du auch damit?? So mit Wlan und so! Das kann wirklich kein anderes Gerät! Ich brauch sowas! Dafür verzichte ich auch auf alle interessanten (flash) Inhalte im Internet, kann den Akku nicht tauschen, hab eine winzige Festplatte, keine USB-Anschlüsse und keinen Cardreader. Aber ich muss schon sagen, dass Gerät ist wirklich eine REVOLUTION! Danke für den tollen Beitrag!

  • Robert Voigtsagt:
    11. Jun. 2010 um 07:05

    @Paul: Schön, dass wir Dir mit dem Artikel eine Freude machen konnten! Ich denke es wird bei Apple immer zwei Lager geben, die einen finden die Technologie und vorallem das Design sehr ansprechend, die anderen verteufeln den goldenen Käfig. Letztendlich muss jeder selbst für sich entscheiden, ob das iPad einen Kauf wert ist. Das das Gerät bekannt Schwächen hat ist bekannt – aber leider auch so vom Hersteller gewollt.

    Die Strategie von Apple ist ganz klar: Eine Funktion nach der anderen einbauen um möglichst viele Generationen der verschiedenen Geräte vertreiben zu können. Mich stört das auch ganz gewaltig. Und das iPad kauf ich mir erst dann, wenn es 1 TB Speicher, einen Cardreader und 2 eingebaute Kameras hat.

  • my5centssagt:
    13. Jun. 2010 um 19:03

    hab auch keinen gekauft und bin sehr zufrieden damit.

  • anonymasagt:
    13. Jun. 2010 um 19:09

    Mit meinem iPad kann ich so herrlich bei Starbucks herumprollen…

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