Ich bin immer noch beeindruckt von dem was ich grade gesehen habe. Meine Gefühle reichten von entsetzt, über begeistert bis hin zu inspiriert. Auf alle Fälle habe ich die letzte halbe Stunde meinen Mund nicht mehr zu bekommen und möchte Euch nun unbedingt das Projekt “The Wilderness Downtown” vorstellen, welches aktuell durchs Internet schwebt.
In dem Projekt von Google, dem amerikanischen Regisseur Chris Milk und der kanadischen Indie-Rockband Arcarde Fire ist so ziemlich alles enthalten, was die aktuelle Browsertechnik her gibt. Besonders interessant ist, dass die Seite im zukunftsträchtigen HTML 5 umgesetzt wurde.
The Wilderness Downtown: Modernste Internettechnik in HTML5
Aber erst mal langsam. Bevor ihr in das ultimative Web-Erlebnis verfallen könnt, müsst Ihr einige Hürden nehmen. Denn optimiert ist das Spektakel für Google Chrome. Sicherlich ein schlauer Schachzug von Google, denn dieses Web-Projekt hat schon jetzt eine unglaubliche Resonanz erreicht, so dass nur die wenigsten Ihrer Neugier widerstehen können. Im Kampf um die Browser-Vormacht wird das Google sicherlich ein paar Prozentpunkte nach vorne bringen.
Im Folgenden werden wir versuchen Euch das Projekt mit vielen Bildern und Hintergrundinformationen ein wenig näher zu bringen. So kommen auch die User, die vielleicht nicht gleich auf Googles Vorzeigebrowser umsteigen möchten auf Ihre Kosten.
Ist die erste Hürde genommen, wird man dazu aufgefordert, die Adresse einzugeben, in der man aufgewachsen ist. Hier werden die meisten von uns erstmal enttäuscht sein. In meinem Fall war “Düsseldorf” zwar in der Datenbank enthalten, doch aufgrund der Tatsache, dass in Google Street View in Deutschland noch nicht verfügbar ist, bekommt man nur eine einfache Fehlermeldung.
Ein grandioses Browser-Spektakel: The Wilderness Downtown
Daher wählte ich “London”, eine Stadt die mir sehr vertraut ist, um das Projekt genau unter die Lupe zu nehmen. Nach der Aufforderung alle weiteren aktiven Programme und Browserfenster zu schließen, sowie ein paar endlosen Sekunden Wartezeit konnte das ressourcenfressende Spektakel beginnen.

Zunächst war ich ein wenig schockiert. Ich sah wie sich am linken, oberen Bildschirmrand diverse Browserfenster öffneten. Dies war ein Gefühl, als ob mein Rechner ferngesteuert wäre. Ganz komisch, sag ich Euch. Doch dann richteten sich schließlich zwei Fenster in der Mitte des Bildschirms ein. In dem einen sah man eine Person, die über eine Straße rannte. Im anderen einen Schwarm Vögel. Seltsam. Aber irgendwie cool.

Nun kam zum ersten Mal Google Street View ins Spiel. Dies war der Moment in dem ich schließlich in Fassungslosigkeit verfallen bin. Sicherlich ist das Empfinden noch etwas intensiver, wenn man seine Heimatstadt präsentiert bekommt. Doch als ich den schon eben erwähnten Vogelschwarm durch die Straßen Londons fliegen sah, war ich restlos begeistert. Schier unfassbar flogen die bunten Pixel von Browserfenster zu Browserfenster und das vollkommen automatisch. Fenster öffneten sich und schlossen sich wenige Augenblicke später wieder. Im Takt mit der Musik wechselten Sie die Positionierung auf dem Bildschirm. Ihr merkt meine Begeisterung, so etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen. Es wirkte vollständig ferngesteuert und doch irgendwie unglaublich cool.

Doch noch das Spektakel war noch nicht vorbei. Ganz im Gegenteil. Denn schon wartete die nächste Überraschung auf mich. Ein weiteres Browserfenster forderte mich nun dazu auf, selbst aktiv zu werden. Im folgenden sollte ich eine Postkarte schreiben, bzw. malen. Durch drei einfache Befehle, die Ihr auf dem obigen Bild erkennen könnt, ging der Spaß los. Wirklich toll, dass man dem Projekt nicht nur passiv beiwohnen, sondern auch aktiv in das Geschehen eingreifen konnte.

Ich gebe zu, dass meine künstlerischen Fähigkeiten in diesem Fall zu wünschen übrig lassen, dennoch hat es jede Menge Spaß gemacht. Nach einem Doppelklick kam dann wieder der besagte Vogelschwarm und belagerte meine Zeichnung, bis es dann im gewohnten Takt weiterging.

Schließlich mündete das gesamte Projekt im großen Finale. In diversen Browserfenstern schossen Bäume aus dem Boden. Erst in einer animierten Welt, danach auf den normalen Google Street View-Bildern. Absolut spektakulär. Wirklich großes Kino.
Ich muss sagen, dass mich dieses Projekt vollkommen begeistert hat. Ich musste es mir mehrere Male anschauen, weil dieses interaktive Erlebnis wirklich außergewöhnlich ist. Es zeigt mal wieder was im Internet alles Möglich ist. Die Technik ist noch lange nicht am Ende und wir haben noch viele Neuerungen zu erwarten! Toll!
Besonders die verwendeten Techniken finde ich spannend. Auf der Seite Chrome Experiments erfährt man näheres über die hier verwendeten Features:
Man sieht, dass hier wirklich Experten am Werk waren. Ich kann an dieser Stelle nur (noch einmal) meine Begeisterung ausdrücken und Euch empfehlen es einfach mal selbst auszuprobieren! Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!
Jetzt interessiert uns aber vor allem Eure Meinung. Wie gefällt Euch das Projekt “The Wilderness Downtown”? Toll oder erschreckend? HTML5 oder Flash? Street View oder besser nicht? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!
An dieser Stelle auch noch mal ein ganz dickes Dankeschön an Maurice, der uns als erster auf diese fantastische Kampagne aufmerksam gemacht hat! Danke!





