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Vor etwas mehr als einem Jahr, im Juni 2009, habe ich mich an meine erste Zeitraffer-Aufnahme gewagt. Mit meiner Canon EOS 350D habe ich insgesamt 2088 Fotos gen Himmel gemacht. Alle 8 Sekunden eins. Jetzt habe ich das Video tatsächlich mal ins Netz gestellt.
Man kennt sie, man hat das alles schon mal gesehen: Dutzende Videos von vorbeiziehenden Wolken. Das wollte ich auch mal probieren. Kann ja nicht so schwer sein. Was man dazu braucht? Nicht mehr als eine Kamera und eine Remote-Software für den PC.
Wie man ein Zeitraffer-Video mit der Kamera erstellt
Ich habe eine sonnige Dachterasse und ein Kamerastativ. Beides vereint, die perfekte Grundlage für ein erstes “Timelapse”-Video. Das Wetter im Juni war günstig für meine Aufnahmen – denn bei Regen hätte ich die Kamera reinholen müssen.
Damit die Kamera in regelmäßigen Abständen Fotos schießt, braucht sie meist eine Software auf dem per USB verbundenen PC. Ich hatte es damals mit dem englischen “DSLR Remote Pro” versucht. Meine neue Canon Kamera bringt die Software praktischer Weise gleich mit.
Die Funktionsweise ist einfach erklärt: Nachdem die Kamera auf dem richtigen Fleck steht und man zumindest ein Testfoto geschossen hat, ist sie bereit für unser Video. Wichtig ist, dass ihr Motiv bereits jetzt scharf gestellt ist. Kommt man zwischendurch ans Objektiv und verschiebt es leicht, kann es gut sein, dass alle Folgeaufnahmen verschwommen und alles andere als scharf sind.
Alle 8 Sekunden ein Foto
Mit der Software stellt man dann ein, in welchem zeitlichen Abstand die Kamera ihr Motiv einfangen soll. Bei meiner Konfiguration fuhr ich mit 8 Sekunden am besten. Bei kleineren Zeitspannen kam es schon mal vor, dass die Kamera durcheinander kam und dann mittendrin gar nicht mehr fotografierte. Ich denke mit neueren Modellen sollten hier auch wesentlich kürzere Intervalle möglich sein.
Es gibt hier eine höchst komplizierte, mathematische Formel die es zu bedenken gilt. Witz. Wir müssen bedenken, dass wir später einen flüssig ablaufenden Film erstellen wollen. Normalerweise brauchen wir also 25 oder 30 Bilder pro Sekunde. Wollen wir ein Video von 30 Sekunden Länge brauchen wir also 750 bis 900 Bilder. Nehmen wir alle 8 Sekunden eins auf, ist das eine Zeitspanne von 100 bis 120 Minuten. Bei der Wolkenfotografie schon mal ausreichend Zeit für tolle Veränderungen auf dem Motiv.
Genial: Selbst mit kleinen Kameras kann man HD-Filme erstellen
Ein besonders schöner Gedanke bei unserem Versuch ist, dass wir selbst mit einer kleinen und günstigen Kamera, HD-Filme erstellen können. Denn uns reicht ja eine Auflösung von 1920×1020 Pixel. Also knapp 2 Megapixel. Und das geht mittlerweile mit allen handelsüblichen Handy. Wichtig ist nur, dass wir die Kamera über den Computer fernsteuern können.
Wie wird aus den Fotos ein Film?
Nachdem wir nun alle Bilder im Kasten haben, wollen wir das Ganze zu einem Film zusammenstellen. Wenn alle Dateien ordentlich nummeriert sind, also im Format IMG_0019.jpg beispielsweise, ist das mit Adobe Premiere äußerst einfach:
- Neues Projekt erstellen (möglichst direkt in HD-Auflösung)
- Dann auf “Datei” > “Importieren”
- Das erste Bild der Serie anklicken
- “Nummerierte Standbilder” aktivieren
- “Öffnen” anklicken
- Clip wird erstellt
- Diesen Clip dann einfach in die Zeitleiste ziehen und fertig
Dann muss das Video nur noch exportiert werden.
Zusammenfassung
Wenn man die paar wenigen handwerklichen Kniffe kennt, die entsprechende Software besitzt, sind Zeitraffer-Videos ein Kinderspiel. Man muss nur noch das richtige Motiv finden.
Was so ein Video noch professioneller wirken lassen würde, wäre eine Kamera die gleichmäßig und ruhig ihren Standort verändert. Da reicht selbst ein Meter von links nach rechts und man erhält solch spektakuläre Aufnahmen wie beim Zeitraffer-Video vom Eyjafjallajökull in HD.
Alternativ zur Fotokamera könnte man natürlich auch eine Videokamera nehmen und das Material im Anschluss auf 10facher Geschwindigkeit laufen lassen. Allerdings wird man hier mit nur einer Akkuladung wesentlich weniger Zeit abdecken können als mit der anderen Knipse.
Bei Fragen, fragen!

