Heute sind die Kids aber bereits ausgezeichnete Pantomime-Künstler und hervorragende Meister der Körpersprache. Lene Kilde, eine Bildhauerin aus Norwegen, ist eine perfekte Kennerin aller Feinheiten der kindischen Körpersprache. Ihre Art, sich damit zu beschäftigen, ist erstaunlich und begeisternd zugleich: Sie erschafft ausdrucksvolle, plastische Kinderskulpturen aus Beton und Metallgewebe. Die Leere kommt als ein unsichtbares Element dazu, denn Lenes Plastiken nennen sich nicht zufällig „Incomplete“, also unvollständig. Das ganze Kind lässt sich zu den rundlichen Füßchen und noch etwas ungeschickten Händen einfach dazu fantasieren.

Ich bewundere Lenes präzisen Blick – da ist ein schüchternes Kleinkind, vielleicht gerade bei einem Streich erwischt. Hier ein Mädchen, das in die Fußstapfen – oder eher Stöckelschuhe – ihrer Mutter treten will. Und hier stellt sich einer auf die Zehenspitzen, um doch einen Blick durch das Schlüsselloch auf die Bescherung zu erhaschen oder vielleicht gar eine Leckerei aus der schwer erreichbaren Pralinenschachtel zu stibitzen. Ich finde, es ist eine nicht nur originelle, sondern auch tief- wie scharfsinnige Kunst.










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