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Das BIER – Zurück zum Wesentlichen!

In einer Welt, in der Marken nur so vor bunten Werbekampagnen, auffallenden Produktpräsentationen und ausgeklügelten -verpackungen strotzen, wird eines ganz besonders wertvoll: Eine Marke, die sich zum Wohl des Produktes extrem zurücknimmt.

Doch wie wir am Beispiel von BIER sehen können, kann auch das eine unheimliche geniale Anziehungskraft auf den Konsumenten ausüben. Heute stellen wir euch heute das Konzept rund um die Marke „BIER“ vor und sprechen mit den beiden Erfindern Johannes Schwaderer (28) und Stephan Alutis (26).

Ein Konzept so einfach, so genial

Als ich vor Kurzem auf die Marke „BIER“ aufmerksam geworden bin, dachte ich nur „wie kann etwas so einfaches, so begeistern?“.

Das Konzept ist klar: Die beiden Berliner vertreiben zusammen ein Szene-Bier welches aufgrund des einmaligen, klaren Designs gleich ins Auge fällt. Wie mir Johannes im Gespräch verriet, wollen sie damit ein Zeichen gegen die visuelle Umweltverschmutzung durch die Werbeeflut in unserer Konsumgesellschaft setzen. Auf ihrer Website liest man folgende Kurzbeschreibung…

In einer Welt voller Logos und Marken ist Reduktion auf das Wesentliche nötig. Es geht darum, der Werbeflut und Konsumgeilheit in dieser Welt mit maximaler Schlichtheit und Ehrlichkeit entgegen zu treten. Deshalb verzichtet unser BIER auf Logo und Marke – es hat nicht einmal einen Namen. Die Gestaltung ist so schlicht wie irgend möglich.

Entscheidend ist der Inhalt: ein malziges, lecker-leichtes Export-BIER, das bei der Brauerei Landsberg (ein kleinerer Betrieb in der Nähe von Halle) für uns gebraut und abgefüllt wird.

Geschmack braucht keinen Namen!

Die Idee zum BIER

Ursprünglich und sozusagen hauptberuflich kommen die beiden Gründer aus ganz anderen Bereichen. Fernab der Gastronomie. Auf den ersten Blick verbindet Stephan, eigentlich im IT-Consulting und der Softwareentwicklung zu Hause, und Johannes, dem Studenten für Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, nicht viel.

Dennoch interessieren sich beide für sehr ähnliche Themen. Die Idee zum BIER kam ihnen an einem lustigen Abend am Alutis’schen Küchentisch. Sie steckten gerade mitten in einer weitschweifende Diskussion rund um die Themen Marketing, Konsum und Reizüberflutung:

Unser urbanes Lebensumfeld ist heute voll von schrillen, grellen Werbebotschaften, die versuchen, sich gegenseitig zu übertönen. Da sich die meisten Massenprodukte kaum anhand ihres Inhalts unterscheiden lassen, definieren sie sich über künstlichen Markenwelten. Und um überhaupt noch zum Verbraucher durchzudringen, wird immer mehr, immer lauter, immer aggressiver geworben. Ein Teufelskreis!

Unser Gedanke war es, die Werbeindustrie mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen und mit ironischem Augenzwinkern zu antworten: Qualitativ hochwertige Produkte auf den Markt zu bringen, die sich in ihrer Verpackung durch ein Minimum an störendem Marketinggedöns und durch ein Maximum an Ehrlichkeit und Geradlinigkeit auszeichnen sollten.

Doch welche Produkte sollten wir vertreiben? Brot? Zucker? Milch? Das fanden wir zu langweilig. Ein paar Tage später kam uns die Idee: wir machen ein BIER!

Kann man von BIER leben?

So fasziniert wir von überzeugenden Geschäftsideen sind, so interessiert sind wir vor allem am monetären Wert des Konzepts. Wie viel fällt dabei für euch beide ab? Kann man davon leben?

Gemessen an den Umsatzzahlen sind wir winzig und da wir das Projekt komplett aus eigenen Mitteln finanzieren, ist unser Spielraum begrenzt. Die Sache trägt sich zwar, aber ein Gehalt zahlen wir uns noch nicht.

Andererseits haben wir vor gerade mal einem Jahr die ersten Kästen eigenhändig vom Transporter geladen und im Kofferraum unserer Privat-PKW durch Berlin bugsiert. Es kommen immer mehr Kneipen, Clubs und Läden dazu, mittlerweile nicht nur aus Berlin, sondern aus den unterschiedlichsten Städten. Anscheinend hat unsere Idee irgendwie ins Schwarze getroffen, denn sie erzeugt ein reges Interesse und wir bekommen tolle Rückmeldungen.

Da wir beide unseren Lebensunterhalt nicht durch das BIER-Projekt bestreiten müssen, können wir sehr entspannt an die Sache herangehen und machen uns da keinen Druck. Die Hauptsache ist erst einmal, die eigenen Ideen umzusetzen, zu sehen dass es klappt, und damit Spaß zu haben.

Wo gibt es BIER?

BIER ist kein Getränk für jeden Discounter. Deshalb gibt es BIER derzeit nur in exklusiven Läden in und um Berlin. Doch wenn alles klappt, sollte die markenlose Gerstensaftschorle auch bald den geneigten Genießern in weiteren Großstädten kredenzt werden können.

Was haltet ihr von BIER?

Ein Getränke wie jedes andere? Oder doch elitär und bemerkenswert? Wir sind auf eure Meinung gespannt!

Robert Voigt vor 8 Jahren

Kommentare

  • Dirksagt:
    28. Apr. 2010 um 15:33

    Sehr geil! Ich hoffe, das BIER schmeckt auch lecker. Ich hab kürzlich von den beiden gelesen – keine Ahnung wo – und mir gefällt die Idee dahinter. Und ich bin gespannt, was nach WEINSCHORLE noch alles folgt.

  • jenssagt:
    28. Apr. 2010 um 15:38

    irgendwie nichts neues:
    http://tinyurl.com/2czjcdk

  • Klaussagt:
    28. Apr. 2010 um 15:42

    Naja, erinnert mich im großen und ganzen ein wenig an dieses hier: http://j.mp/a3ciu4

  • Alexsagt:
    28. Apr. 2010 um 15:48

    Schlicht, einfach… genial!
    Hut ab vor den Beiden und wo sie Recht haben, haben sie Recht.
    Gefällt mir wunderbar! Danke für den Artikel hier, dv-Jungs!

  • Lukas Ponikowskisagt:
    29. Apr. 2010 um 15:00

    Manchmal ist weniger auch mehr, wobei das Konzept, wie oben schon erwähnt, nichts neues ist.

    Ich vermisse hier auf dv eine Suchfunktion. Oder habe ich etwas übersehen?

  • Robert Voigtsagt:
    30. Apr. 2010 um 07:14

    @jens und Klaus: Ihr habt recht, das geht natürlich in die gleiche Richtung. Dennoch finde ich die Lösung von Johannes und Stephan noch ein Tick besser – es ist einfach noch reduzierter. Auch wirkt diese „5,0“ irgendwie nicht wirklich anziehen auf mich, wenn ich Bier kaufen will. Ich denke, viele erkennen auf den ersten Blick gar nicht um welchen Inhalt es sich hier dreht.

    @Lukas: Stimmt, die haben wir zur Zeit noch nicht drin. Kommt aber bald. Danke für die Erinnerung!

  • güntersagt:
    30. Apr. 2010 um 13:54

    Im Prinzip wird hier trotzdem eine Marke kreiert, daher nur wird nur bedingt Differenzierung betrieben.
    Same, same but different

  • ||| tomas jaysagt:
    02. May. 2010 um 01:49

    Beim Bier zählt für mich nur der Geschmack.
    Da sollte man nicht aufs Aussehen achten.

    Mir fallen allerdings einige untrinkbare Biermarken ein, die tolle Werbung machen.

    „BIER“ hingegen erinnert mich an Discountermarken wie „Ja“.

  • markussagt:
    04. May. 2010 um 23:47

    ich finde aber im Gegensatz zu 5,0 sieht BIER sehr edel aus und wie aus dem Artikel zu entnehmen soll es ja qualitativ auch hochwertiger sein. 5,0 sieht dagegen wirklich billig aus und geht in die „ja“ produkte-richtung
    BIER sieht eher wie richtiger designer-shit aus.
    that’s dope man!

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