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Das „schöne Entsetzen“ verlassener Orte in Bildern festgehalten

Die US-Amerikanerin Karen Jerzyk nennt einen Bachelortitel in Anglistik ihr Eigen, ist jedoch nach eigener Aussage ziemlich schlecht mit Worten. Um ihrer Gefühlswelt Ausdruck zu verleihen, musste ein anderes Medium als Sprache her. Und siehe da, 2003 erhielt sie von ihren Eltern ihre erste Digitalkamera, mit der sie zunächst Bands fotografierte und Porträtaufnahmen machte.

Als 2011 überraschend ihr Vater verstarb, überschlugen sich für Karen Jerzyk die Ereignisse. Der Verlust zog sie in ein tiefes, emotionales Loch. Unschlüssig darüber, wo sie als Fotografin hinwollte und in Ermangelung eines eigenen Studios, begab sie sich auf die Suche nach besonderen Orten für ihre Arbeit – und dies sollten verlassene Orte werden.

Das „schöne Entsetzen“ (beautiful dismay), welches zurückgelassene, unbewohnte Gebäude ihr boten, schien ihr Inneres zu reflektieren und zog sie folglich sofort in den Bann. Statt in der grübelnden, schmerzenden Spirale einer Depression immer tiefer zu sinken, gab sie ihrer Aufgewühltheit mit Bildern ein Ventil. Jedes Foto scheint im Spannungsfeld von Leben und Vergehen eine eigene dunkle Geschichte zu erzählen. Dazu bedient sich die Künstlerin einer surrealen Bildsprache, die Wünsche, Träume und Ängste offenzulegen scheint.

Copyright by Karen Jerzyk (via)

Andreas Dittberner vor 5 Monaten

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