In schöner Regelmäßigkeit entstehen im Atelier von Dylan Martinez Kunstwerke, die optisch sehr stark an durchsichtige, mit Wasser gefüllte Plastiktüten erinnern. Weiß man aber, dass Martinez ein meisterhafter Glasbläser ist, dann dürfte klar sein, woraus die kleinen Skulpturen bestehen. Dennoch wird der Betrachter lange nicht seinen ersten Eindruck los. Viel zu detailliert sind die Falten in den vermeintlichen Tüten, die Knoten, die sie oben zusammenhalten, und die Blasen, die das nicht vorhandene Wasser wirft.

„Dylan’s art often examines the boundaries of human perception. His work challenges the viewer’s expectations through the manipulation of light, space, and the optical properties of glass. While influenced by traditional techniques in glass making, he constantly strives to discover novel approaches to exploit the material and create a lens to view the world afresh.“

Zunächst gestaltet Martinez das Wasser, dann geht es mit den Blasen und schließlich mit der Tüte selbst weiter. Am Ende kommt das Werk bei 510 Grad in den Ofen und muss anschließend 120 Stunden abkühlen. Das Interesse von Martinez an der Glasbläserei hat sich unter anderem deshalb entwickelt, weil er eine Rot-Grün-Blindheit hat. Dadurch ergibt sich für ihn eine alternative Sichtweise auf die Welt. Und Ähnliches will er bis heute für seine Mitmenschen erreichen, indem er die Grenzen zwischen Illusion und Realität verschwimmen lässt. Martinez hat in White Salmon im US-Bundesstaat Washington ein eigenes Glasstudio.






(via) Copyright Dylan Martinez