Smaragdgrün und Sonnengelb, Marineblau und schlichtes Grau – Farbe um Farbe wird das Bild ergänzt. Es entsteht eine dynamische Zeichnung, die mit ihrer leicht gebrochenen Symmetrie fasziniert. Sie wirkt natürlich und lebendig. Was mich am meisten begeistert, ist aber die Entstehung dieses Bildes, die Präzision des unsichtbaren Künstlers und seine Fantasie.

Dabei ist die Kunst des Ebru – des sogenannten Marmorierens – im Fernost und im Orient seit Jahrtausenden bekannt. So ganz unkompliziert ist es nicht, denn zunächst wird ein flacher Rahmen mit einem flüssigen Leimbad gefüllt. Besonders wichtig: Ausschließlich natürliche Zutaten wie Carrageen-Moos oder Gummi aus dem Saft des Tragantbaumes zu verwenden.
Anschließend werden die Wasserfarben mit der Ochsengalle vermischt, um sie flüssiger zu machen und zugleich zu verhindern, dass sich die Farben miteinander vermischen. Nur so können die verspielten Muster entstehen.

Danach wird ein Blatt Papier kurz aufgelegt, das die Farben aufnimmt. Die Aquarellfarben trocknen – und wir dürfen ein wunderschönes abstraktes Gemälde bewundern. Zu schade zum Bedrucken, aber hervorragend zum Bücherbinden geeignet.


Peacock Marbling Timelapse

(via) Copyright Video Rene Eisenbart