Ein Leben am Limit - detailverliebt.de
41 3086

Ein Leben am Limit

40-60 Stunden arbeiten, mindestens 9 Stunden studieren, nach Möglichkeit 6 Stunden Fußballspielen und den Rest der Zeit lernen und bloggen. Warum tut man sowas?

Das Frage ich mich auch manchmal. Letzte Woche war es wieder einmal besonders hart. Erst eine Veranstaltung in Frankfurt, dann ein 2-tägiges Meeting in Düsseldorf, einen Tag „normale“ Arbeit und dann am Samstag noch eine 3-stündige Klausur. Die Luft wird dünn. Ich gebe Euch einen kleinen Einblick in mein Leben.

Ein Leben am Anschlag

Kennt Ihr das Gefühl, welches man hat, wenn man es jedem recht machen und vor allem niemanden enttäuschen möchte? Hier hat man noch etwas versprochen und da wollte man helfen, dies und das noch erledigen und, ach ja, lernen wollte man auch noch. Der Schlaf ist auf ein Minimum begrenzt. Viel weniger als 4 Stunden geht aber nicht, sofern man den kommenden Tag einigermaßen überleben möchte. Mittlerweile ist der österreichische Zaubertrank „Red Bull“ zum Leibgetränk geworden. Abends kommt man nach Hause und anstatt sich zurück zu lehnen und zu entspannen, denkt man über die noch offenen Aufgaben einer sowieso viel zu vollen to-do-Liste nach. Man versucht alles richtig zu machen und doch bleibt vieles auf der Strecke. Freunde, die man schon seit Tagen bzw. Wochen anrufen wollte werden vernachlässigt, die Familie hört auch nur noch an Geburtstagen von mir und nichts ist wichtiger als mein iPhone Terminkalender.

Warum macht man das?

All die Bürohengste, Jungkreativen, High Potentials oder Abendstudenten werden diesen beanspruchenden Lebensstil nachvollziehen können. Für manch anderen mag es schwer sein, eine solche Einstellung zu „verstehen“. Ich versuche es zu erklären: Getrieben vom unbändigen Willen das nächste Level im „Spiel des Lebens“ zu erreichen, versucht man mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz und jeder Menge Kreativität, sich selbst und vor allem die eigenen Ideen zu verwirklichen. Zielstrebig möchte man alle, noch so kleinen Potentiale zu erkennen und zum Erfolg zu führen. Selbst nach dem stressigsten Tag ist man noch neugierig und wissensdurstig.  Das Studium mache ich beispielsweise ausschließlich für mich selbst, denn es bringt meine „Denkstrukturen“ auf ein anderes Niveau, welches mir die Schule bzw. die Ausbildung nicht ermöglichen konnte. Außerdem erhofft man sich (logischerweise) durch höhere Qualifikationen auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Detailverliebt.de würde ich in den Kategorien „Selbstverwirklichung“, „Lernen“ und „Freundschaft“ ansiedeln. So versuche ich Tag für Tag meine eigene „Balance“ zu finden und stressreiche Phasen organisiert zu überwinden.

Jeder Mensch ist belastbar

Ich beanspruche für mich sogar die Eigenschaft, dass ich „sehr belastbar“ bin, jedoch hat alles seine Grenzen. Und eben diese Grenzen sollte man kennen. Spätestens an einem Punkt, an dem die Gesundheit zu leiden beginnt, sollte man die Notbremse ziehen. Sport und eine gesunde Ernährung (auch wenn das in der mittäglichen Kantine relativ schwer ist) können einen guten Gegenpol darstellen. Sicherlich kann man besondere Drangphasen (in meinem Fall die sehr geliebten „Klausurphasen“) auch „am Limit“ überbrücken, doch das sollte nicht zur Regel werden, wenn man ein „Burn-Out“ langfristig vermeiden möchte.

Wie schafft man das?

Zeitmanagement und Disziplin sind in solch drangvollen Lebensphasen exorbitant wichtig. Man sollte eine klare Linie zwischen der „Pflicht“ und der „Kür“ ziehen. Welche Aufgaben müssen unbedingt kurzfristig erledigt werden und was kann warten? Prioritäten müssen gesetzt und auf vieles verzichtet werden, sofern der Job, die Uni und die Freunde nicht drunter leiden sollen (wobei letztere sicherlich am meisten auf mich verzichten müssen).

Wie sieht es bei Euch aus? Wie koordiniert Ihr Euren Alltag und das geliebte „bloggen“? Wie findet Ihr Eure Balance zwischen Arbeit und Freizeit? Welche Rolle spielt das Zeitmanagement?  Ich freue mich sehr auf Eure Kommentare!

Thorsten Rusch vor 8 Jahren

Kommentare

  • Jenssagt:
    21. Jun. 2010 um 11:48

    Wie du schon selber geschrieben hast: Zeitmanagment ist alles!

    Ich nehme mir morgens ne Stunde Zeit um zu bloggen und halt Abends dann noch mal eine Stunde. In Leerzeiten lese ich dann den RSS-Reader… ich schreibe auch viele Beiträge vor und vor allem habe ich jetzt den Blogfreien Sonntag eingeführt – denn kein Mensch hält dieses Leben am Limit über längere Zeit durch.

    Sonntags gibt es nun Blogvorstellungen auf http://www.jens-stratmann.de , diese schreibe ich in der Woche vor und stehen so den ganzen Sonntag auf Platz 1 im Blog.

    Bei unserem neuen Projekt http://www.laester.TV sind wir ja auch zu zweit, so halbiert sich die Blogarbeit etwas…

  • Svensagt:
    21. Jun. 2010 um 12:37

    Hallo Thorsten,

    ich kann gut nachvollziehen, was du hier schreibst. Ja, Zeitmanagement ist verdammt wichtig geworden. Dennoch sind es gerade die sehr bewussten Ruhephasen, die ich mir inzwischen gönne, die die Akkus wieder aufladen. Ein Abend im Theater, einen Nachmittag in der Sauna, der Sport in der Woche und immer mal wieder etwas ganz besonderes zum Essen gönnen.

    Es sind diese kleinen Perlen im Leben, die Kraft zurückgeben. Und der Rest ist oft genug auch einfach nur „Augen zu und durch“ – denn manchmal muss man sich einfach durchkämpfen, um wieder Land zu sehen, wenn die ToDo-Liste einfach zu lang wird.

    Aber ich will gar nicht klagen. Denn im gleichen Augenblick ist es ein erfülltes, spannendes Leben, das einen jeden Tag neugierig sein lässt auf das, was die Welt bereithält. Mal sehen, welche Aufgabe als nächstes um die Ecke kommt und auf welchen Wegen man das nächste Level erreicht.

    OK – ab und an mal auf „speichern drücken“ wär ne tolle Erfindung. ;-)

    Gruß aus Hamburg

  • Manuelsagt:
    21. Jun. 2010 um 13:04

    Hey Thorsten,

    ich kenn das ganz gut. Aber: Alles muss Spaß machen! Solange es das tut macht man es doch gerne und nimmt jegliche Strapazen auf sich.

    Die Kür ist aber vor allem trotz viel Alkohol am Abend morgens den Flieger nicht zu verpassen ;)

    In diesem Sinne Cheers,
    M

  • Ollisagt:
    21. Jun. 2010 um 14:10

    Ich kann mich bestens in die Reihe „sehr belastbar“ einordnen und habe mich in deinem Artikel einmal mehr wieder entdeckt, wenn es darum geht zu viel zu arbeiten, Freunde zu vernachlässigen und dennoch Spaß zu haben.

    Ich habe vergangene Woche meine Bachelor Arbeit (Bachelor of Engineering and Business Administration kurz gesagt Wirtschaftsingenieurwesen) abgegeben. Ich bin seit dem 4. Semester, also seit knapp 1,5 Jahren selbständig und verdiene mein Geld im Internet als Webentwickler und Online Marketer (eine Bezeichnung die immer wieder für Fragezeichen sorgt ;) 8-10 Stunden pro Tag zu arbeiten sind bei mir eher die Ausnahme, sind es doch meist eher 12 Stunden. Mein Tag beginnt um 06:00 Uhr bis 10.00 Uhr, halbe Stunde Pause, dann bis 13.00 Uhr und mit Freunden zu Mittag essen und dann meist bis 18.00 oder 19.00 Uhr. Gegen 16.00 Uhr gehe ich hinundwieder joggen oder Rad fahren. So komme ich auf ca. 50-60 Stunden pro Woche. Das Wochenende ist dann auch wirklich Wochenende, was die Arbeit betrifft, denn am Wochenende wird gelernt und ein wenig meinen Hobbies nachgegangen. Da ist es mir auch egal wie dringend ein Kunde etwas haben muss. Ausnahmen gibt es da nur sehr sehr selten.

    Im August beginne ich mein zweites Studium (Abendstudium) zum Wirtschaftsinformatiker mit der Fachrichtung Web Engineering, nicht für einen Arbeitgeber, sondern auch für mich. Ich liebe die Selbständigkeit und die Freiheit an jedem Ort der Welt arbeiten zu können. Nach meinem nächsten Studium (in gut zwei Jahren) werde ich mir aber erst einmal eine Auszeit nehmen und die Welt bereisen. Der Luxus unterwegs auch noch arbeiten zu können ist da natürlich besonders hilfreich. Ich bin gespannt ob es klappt.

  • Arnesagt:
    21. Jun. 2010 um 15:17

    Hi Thorsten,

    bei mir war es folgende Formel, die ziemlich zu deinen Beschreibungen passt:
    Zeitmanagement! + Ehrgeiz + Belastbarkeit + Ausgleich (Sport, Freunde, zensierte Wörter, etc.) + wenig schlafen können + Studienkollegen die einen mit ziehen (weitere bekloppte Leute) + Akzeptanz der „Erreichbarkeit“ bei Frau, Freunden und Familie + Sich selbst belohnen + RedBull + [normaler Bierkonsum/10] – Disko – Rumhängen – Kontakte mit „Bekannten“ pflegen – Ausschlafen = Lebenstempo

    Trotzdem bin ich der Meinung, dass diese Gleichung nicht immer aufgeht. Längere Zeit bei diesem Tempo „überhizt den Motor“. Ich bin froh im Ziel angekommen zu sein und nun folgende Gleichung auf zu stellen:

    Flexibles Zeitmanagement + Ehrgeiz + Belastbar bleiben, es aber nicht bis zum Anschlag ausnutzen + Mehr Ausgleich + Im Bett mal wieder umdrehen + Studienkollegen, die jetzt nur Freunde sind + Erreichbar sein für Frau, Freunde und Familie + Seine Belohnungen auch genießen können + RedBull mit Vodka + [normaler Bierkonsum x 2] + Bald Kinder + Nest „bauen“ + Cooler Job + Freizeit genießen = Lebensqualität

    … ich hoffe diese Gleichung geht für mich immer auf.

    PS: Coole Seite!

    Gruß

    Arne

  • ricksagt:
    21. Jun. 2010 um 16:36

    zeitmanagment ist das a und o zur zeit! und mit der richtigen planung und mit dem richtigen ausgleich zwischen arbeit und freizeit kann man viel schaffen. aber man darf sich nicht übernehmen.

  • Dirksagt:
    21. Jun. 2010 um 20:33

    Wenn es Spaß macht und Freude bereitet, ist es gut. Stress ist pro Individuum anders und jeder geht damit anders um. Ich studiere auch noch nebenher und es macht Spaß. Und wie Du schon schreibst, gibt es die heißen Prüfungsphasen, in denen tagsüber gearbeitet und abends/nachts gelernt wird. In einer solchen Phase bin ich auch gerade (in zwei Wochen/zwei Klausuren ist es überstanden) und minimiere meinen sozialen Kontakte. Da ich aber beruflich mit sehr vielen Menschen zu tun habe (stellv. Marketingleiter eines mittelständischen Unternehmens), reichen mir die kleinen Gespräche mit Partnern und Kunden, um nicht zu vereinsamen.
    Über ein entsprechendes Zeitmanagement habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich agiere einfach und das klappt ganz gut. :)

  • Alexandersagt:
    23. Jun. 2010 um 10:54

    Ich weiß es passt nicht zum Thema aber wie heißt die Uhr oben auf dem Bild ;) ?

  • Thorsten Ruschsagt:
    23. Jun. 2010 um 11:50

    Hallo Zusammen,
    vielen Dank für Eure Kommentare! Wie ich sehe, ergeht es vielen wie mir. Wenn man allerdings alle Kommentare in Betracht zieht kommt man zum Ergebnis, dass es sowohl positiven, als auch negativen Stress gibt. Ich denke das Ganze wäre auch noch mal einen Artikel wert. Werde mich bald mal ran setzen. Schlussendlich darf man vor lauter Arbeit die wichtigen, sozialen Komponenten des Lebens nicht vollkommen mißachten. Ein Social Network kann nun mal kein gutes Gespräch in der Kneipe ersetzen. Also, warum nicht häufiger mal die Unterhaltung aus dem Netz ins reale überführen? Oft stehen große Distanzen zwischen verschiedenen Bloggern, aber ich denke in Zukunft werden sich, zumindest in Ballungszentren, größere Gruppen treffen, die einem physischen Austausch positiv entgegenstehen (dies geschieht ja heute schon). Aber auch wenn im Netz unsere Leidenschaft liegt, sollte die Familie immer an erster Stelle stehen. Man sollte sich häufiger darauf besinnen und überdenken ob der ganze Stress und der wenige Schlaf es wert sind. Work-Life-Balance ist in dem Zusammenhang ein gutes Stichwort.
    @Alexander Die Uhr auf dem Bild ist die Citizen Promaster AS4035-04E, diese gibt’s u.a. bei Amazon (http://www.amazon.de/Citizen-Promaster-Funkchronograph-Herrenuhr-AS4035-04E/dp/B001AIQ0E6/ref=sr_1_9?ie=UTF8&s=watch&qid=1277284130&sr=8-9).
    Also nochmal danke für Eure Kommentare und viele Grüße,
    Thorsten

  • ||| tomas jaysagt:
    26. Jun. 2010 um 14:43

    Meine Meinung: Real geht vor virtuell.
    Und noch ein Link:
    http://netz-wirkung.blogspot.com/2009/11/in-welcher-vase-bauen-sie-ihr-netzwerk.html

    Viele Grüße
    ||| tomas jay

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Website

Dein Kommentar

200 Zeichen
kurz & knapp
 
sehr detailverliebt
prev
Vorheriger Artikel

Blog-WM, Runde 2 – Wieder seid Ihr gefragt…

next
Nächster Artikel

Bose Active Suspension – Elektronische Stoßdämpfer sorgen für absolut ruhige Straßenlage