40-60 Stunden arbeiten, mindestens 9 Stunden studieren, nach Möglichkeit 6 Stunden Fußballspielen und den Rest der Zeit lernen und bloggen. Warum tut man sowas?

Das Frage ich mich auch manchmal. Letzte Woche war es wieder einmal besonders hart. Erst eine Veranstaltung in Frankfurt, dann ein 2-tägiges Meeting in Düsseldorf, einen Tag „normale“ Arbeit und dann am Samstag noch eine 3-stündige Klausur. Die Luft wird dünn. Ich gebe Euch einen kleinen Einblick in mein Leben.

Ein Leben am Anschlag

Kennt Ihr das Gefühl, welches man hat, wenn man es jedem recht machen und vor allem niemanden enttäuschen möchte? Hier hat man noch etwas versprochen und da wollte man helfen, dies und das noch erledigen und, ach ja, lernen wollte man auch noch. Der Schlaf ist auf ein Minimum begrenzt. Viel weniger als 4 Stunden geht aber nicht, sofern man den kommenden Tag einigermaßen überleben möchte. Mittlerweile ist der österreichische Zaubertrank „Red Bull“ zum Leibgetränk geworden. Abends kommt man nach Hause und anstatt sich zurück zu lehnen und zu entspannen, denkt man über die noch offenen Aufgaben einer sowieso viel zu vollen to-do-Liste nach. Man versucht alles richtig zu machen und doch bleibt vieles auf der Strecke. Freunde, die man schon seit Tagen bzw. Wochen anrufen wollte werden vernachlässigt, die Familie hört auch nur noch an Geburtstagen von mir und nichts ist wichtiger als mein iPhone Terminkalender.

Warum macht man das?

All die Bürohengste, Jungkreativen, High Potentials oder Abendstudenten werden diesen beanspruchenden Lebensstil nachvollziehen können. Für manch anderen mag es schwer sein, eine solche Einstellung zu „verstehen“. Ich versuche es zu erklären: Getrieben vom unbändigen Willen das nächste Level im „Spiel des Lebens“ zu erreichen, versucht man mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz und jeder Menge Kreativität, sich selbst und vor allem die eigenen Ideen zu verwirklichen. Zielstrebig möchte man alle, noch so kleinen Potentiale zu erkennen und zum Erfolg zu führen. Selbst nach dem stressigsten Tag ist man noch neugierig und wissensdurstig.  Das Studium mache ich beispielsweise ausschließlich für mich selbst, denn es bringt meine „Denkstrukturen“ auf ein anderes Niveau, welches mir die Schule bzw. die Ausbildung nicht ermöglichen konnte. Außerdem erhofft man sich (logischerweise) durch höhere Qualifikationen auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Detailverliebt.de würde ich in den Kategorien „Selbstverwirklichung“, „Lernen“ und „Freundschaft“ ansiedeln. So versuche ich Tag für Tag meine eigene „Balance“ zu finden und stressreiche Phasen organisiert zu überwinden.

Jeder Mensch ist belastbar

Ich beanspruche für mich sogar die Eigenschaft, dass ich „sehr belastbar“ bin, jedoch hat alles seine Grenzen. Und eben diese Grenzen sollte man kennen. Spätestens an einem Punkt, an dem die Gesundheit zu leiden beginnt, sollte man die Notbremse ziehen. Sport und eine gesunde Ernährung (auch wenn das in der mittäglichen Kantine relativ schwer ist) können einen guten Gegenpol darstellen. Sicherlich kann man besondere Drangphasen (in meinem Fall die sehr geliebten „Klausurphasen“) auch „am Limit“ überbrücken, doch das sollte nicht zur Regel werden, wenn man ein „Burn-Out“ langfristig vermeiden möchte.

Wie schafft man das?

Zeitmanagement und Disziplin sind in solch drangvollen Lebensphasen exorbitant wichtig. Man sollte eine klare Linie zwischen der „Pflicht“ und der „Kür“ ziehen. Welche Aufgaben müssen unbedingt kurzfristig erledigt werden und was kann warten? Prioritäten müssen gesetzt und auf vieles verzichtet werden, sofern der Job, die Uni und die Freunde nicht drunter leiden sollen (wobei letztere sicherlich am meisten auf mich verzichten müssen).

Wie sieht es bei Euch aus? Wie koordiniert Ihr Euren Alltag und das geliebte „bloggen“? Wie findet Ihr Eure Balance zwischen Arbeit und Freizeit? Welche Rolle spielt das Zeitmanagement?  Ich freue mich sehr auf Eure Kommentare!