Es scheint, dass dieser Fotograf eine besondere Affinität zum Wasser hat. Jedoch nicht zu einem azurblauen, kristallklaren Wasser einer romantischen Bucht und auch nicht zu einem plätschernden Bächlein und nicht einmal zu einem gewaltigen Wasserfall. Nein, es sind häufig trübe, stehende Gewässer, träge, breite Ströme, durchsickerndes, mit Lehm vermischtes Grundwasser, die auf Kyle Thompson eine besondere Faszination ausüben.

In diesem Kontext präsentiert sich Kyle als ein Einsamer, Schutzloser, Verzweifelter. In diesem Wasser geht er unter, verliert wenn nicht sein Leben, so zumindest jegliche Hoffnung. Die Bilder sprechen eine klare Sprache und erzählen dem Betrachter eine dramatische Geschichte.

„His work encapsulates the ephemeral narrative, a nonexistent story line that only lives for a split moment. These images show the collapse of narrative, as there is no defined story line with a beginning and end; instead, these images create a loop. This fleeting moment lives on in a constant unchanging state. By diverting the view of the face, the images become more ambiguous, the viewer is no longer able to tie a defined story line to the image.“

Es geht dabei nicht darum, was den aktuellen Zustand verursacht hat, sondern um die Analyse dieses Zustands. Es geht um den seelischen Schmerz und um die existenziellen Ängste. Kurzum, es ist eine düstere Realität, in der Optimismus keinen Platz hat.

In seiner neuen Fotoserie „Open Stage“ möchte Kyle uns mit dem gesamten Setting konfrontieren und uns an die Orte einladen, wo er seine Bilder aufnimmt. Somit hat jedes Foto quasi einen Counterpart: Ein Ausschnitt zeigt den Fotografen und ein „Zoom-out“ – die Umgebung. Das eine Bild verstärkt die Wirkung von dem anderen und lässt das Ganze noch pessimistischer wirken.

















(via) Copyright Kyle Thompson