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Exklusives Interview mit blogaboutjob-Autor Thorsten zur Jacobsmühlen

Thorsten zur Jacobsmühlen ist Autor, Blogger und Recruiting-Stratege für Unternehmen. In seinem Blog berichtet er über aktuelle Themen rund um Job, Karriere & Recruiting. Er ist unter anderem verantwortlich für den „Social Media Report HR 2010“, der größten Studie zur Social Media-Nutzung im Personalbereich und gilt in der Personal-Szene als DER Meinungsbildner. Mit seinem unverkennlichen Stil und seinem großen Netzwerk ist er einer der Vorreiter in den Bereichen Recruiting und Employer Branding.

In unserem exklusiven Interview erzählt er uns auf sympathische Weise von seinem Leben als Blogger, von hübschen Französinnen und ob sich das Bloggen finanziell für ihn als Familienvater lohnt.

Wann und warum hast Du mit dem „bloggen“ angefangen und wieviel Zeit verwendest Du täglich dafür?

So richtig mit dem bloggen habe ich im Mai 2007 angefangen. Da ich nahezu jeden Wochenarbeitstag blogge, benötige ich inklusive Recherche, mindestens 1 bis 2 Stunden täglich dafür.

Kannst Du Dich an ein besonders positives Ereignis erinnern, das Du ohne Deinen Blog wahrscheinlich nicht erlebt hättest?

Als mich das erste mal eine junge, hübsche Französin auf einer Messe mit den Worten ansprach: „Sie wollte ich schon immer einmal kennen lernen. Ich lese Sie jeden Tag.“ Das kommt tatsächlich immer mal wieder vor, aber das erste Mal und dann von solch einer Frau, ging runter wie Öl.

Im Internet liest man in letzter Zeit häufig Schlagzeilen wie „Blogs sind tot“ oder „Blogs sind nur eine Modeerscheinung“; wie stehst Du zu solchen Thesen und was macht einen Blog erfolgreich?

Wie in allen Bereichen findet auch bei Blogs eine Bereinigung und auch eine Veränderung statt. Bereinigung insofern, dass sich die Blogs behaupten, die Durchhaltevermögen beweisen und sich zumeist auf ein Thema konzentrieren. Darin liegt meist auch der Erfolg. Andrerseits ist das Web und damit natürlich auch die Blogs, vom Informationswandel des Social Media betroffen. Früher bloggte man oft in kurzen persönlichen Statements. Heute verbreitet man schnelle News selber auf Twitter, Facebook und Co. Im Blog werden dann eher lange, tiefgründigere und besser recherchierte Artikel gepostet. Irgendwo nähern wir Blogs und da doch den klassischen Medien.

Kann man von einem Blog leben?

Ich als Familienvater mit entsprechenden, finanziellen Verpflichtungen nicht. Als Single in einer 1 Zimmer Wohnung könnte ich es vielleicht. Müsste mir dann aber den Kaffe zweimal filtern. Spaß beiseite. Es gibt sicherlich Ausnahmen, die sind in der Regel aber nur im Ausland zu finden.

Welchen Stellenwert hat das Internet in Deinem Leben?

Es ist sehr wichtig. Mein Informationsbeschaffer Nr. 1. Nicht nur für meinen beruflichen Bereich, sondern für alle Interessensgebiete. Das fängt bei der Wahl zum Ausflugsort für die Familie an und hört nicht bei Hobbies auf. Allerdings verzichte ich auch ohne Reue. Bin viel in der Natur, mache Musik und habe weitere Ausgleichsmöglichkeiten. Muss man auch haben, wenn man in der Woche täglich 9 bis 14 Stunden vor dem Rechner hängt.

Wie wichtig ist für Dich der Aufbau und die Pflege eines Netzwerks? Wie pflegst Du Dein Netzwerk?

Am liebsten persönlich. Nichts geht darüber. Ich nehme Kontakt mittels meinen Webaktivitäten auf und versuche diese, irgendwann in Echtkontakte zu wandeln. Sofern ich mir denke, dass die Person und ich voneinander profitieren könnten. Dafür gehe ich auf Treffen, Messen usw.

Wie stehst Du zum Thema „Personal Branding“ (der Mensch als Marke)?

Das ist der Grund, warum ich mit dem bloggen begonnen habe. Und heute zeigt es, dass es funktioniert. Das bloggen war und ist für mich ja, neben den News, auch das Veröffentlichen von Ergebnissen, die ich mir im Selbststudium zu meinem Fachgebiet angeeignet habe. Mit der Zeit kann man so zum Experten werden. Spätestens dann, wenn man selber zum Ideenbringer und Impulsgeber wird. Aber auch wenn man nicht bloggt, so wird jeder der Social Media nutzt und dies öffentlich tut, zur Marke.

Wie wichtig ist ein adäquater Auftritt im Netz bzw. eine gute Online-Reputation? Was sollte man tun? Was sollte man lassen?

Das sollte jeder für sich entscheiden. Es ist gar nicht so kompliziert. Es wird auch viel Angst verbreitet. Ja kein Foto mit Bierflasche zum Beispiel. So ein Unsinn. Wer lebt der feiert auch. Das ist nicht weiter weltbewegend. Und auch den Chef interessiert das herzlich wenig. Der will eher wissen ob man schlecht über Kollegen oder die alte Firma redet. Wer auch Nummer sicher gehen möchte, braucht sich doch nur einen geschützten Account und einen öffentlichen zulegen. Den geschützten gibt man nur Freunden frei und den anderen bespielt man so, dass es für den Job und die Reputation relevant ist. Hat außerdem den Vorteil, dass man seine Freunde nicht mit Themen nervt, die damit überhaupt nichts anfangen können und potentielle Arbeitgeber, oder von mir aus auch Mutti, nichts von der Trinkfestigkeit der betreffenden Person erfährt.

Kann das Internet zur Karriere-Falle werden?

Klar, wenn man so dumm ist und über Kollegen, den Chef oder ein Produkt herzieht, das für einen Teil meines Gehalts aufkommt.

Wann sollte man anfangen, seine persönliche Online-Reputation aufzubauen?

Im besten Falle so früh wie möglich. Wichtig ist jedoch einfach, dass man sich von Anfang an bewusst ist, eben Karriere/Beruf und Privat (als geschützten Bereich) zu trennen. Wer das spät versteht, hat halt manchmal viel Arbeit das löschen zu lassen, was man über ihn nicht finden sollte.

Welche Tipps würdest Du einem Berufsanfänger geben, wenn er das Ziel hat „Karriere zu  machen“?

Im Bereich Reputation? Genau das. Zu trennen. Und sich durch Beiträge hervorzuheben, die bei einem Arbeitgeber den Eindruck erwecken, dass man in seinem Gebiet schlichtweg eins hat: Ahnung. Und natürlich früh genug an seinem Netzwerk zu arbeiten. Wobei damit nicht das Sammeln von Kontakten auf Teufel komm raus gemeint ist, sondern der Qualitative Ausbau. Hier gehört auch dazu, sich früh genug in den Business Networks wie XING und LinkedIn zu tummeln. Denn in StudiVZ schauen zwar auch schon mal Unternehmen rein, aber nicht primär. Auch ein Bewerber muss seine Zielgruppe finden. Und die ist nicht immer da wo man sich selbst bewegt.

Und eine letzte Frage: Endgeräte wie das iPhone gelten oft als Statussymbol und stellen eine Art „Lebenseinstellung“ dar. Welchen Einfluss hat das Thema „Lifestyle“ auf Dich und welche Hardware erleichtert deinen Alltag?

Ich bin Pragmatiker. Klar lasse ich mich auch ein wenig vom Lifestyle mitreißen, aber ich schaue gerne genauer hin. In Sachen Technik heißt dass, ein Apple Desktop ist gut für meine Arbeit. Brauche aber trotzdem noch einen PC. Ein Android Smartphone wiederum, bietet für mich mehr Vorteile als ein IPhone. Ich schaue da nicht nach Design. Ästethik dagegen lasse ich nur bei Essen wichtig sein. Zum Leidwesen meiner Figur.

Wir danken Thorsten für seine Zeit und möchten euch hiermit nochmal auf seinen lesenswerten Blog „blogaboutjob.de“ verweisen.

Wie ist eure Meinung zu unserem ersten Interview? Habt ihr eine besondere Frage vermisst? Wir reichen Sie gerne nach!

Thorsten Rusch vor 8 Jahren

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