Der Japaner Kohei Ohmori braucht nur einen Bleistift, um seine erstaunliche Kunstwerke zu erschaffen. Nein, das 22jährige Ausnahmetalent braucht ziemlich viele, perfekt angespitzte Bleistifte. Eine ganze Bleistiftarmada ist ihm zur Hand.

Das Ergebnis ist nicht einfach erstaunlich, es haut mich richtig um. Der Fotorealismus erreicht bei Kohei ein neues Level. Dem Meister gelingen expressionistische Porträts, seine Modelle blicken mal erwartungsvoll, mal entspannt, mal enttäuscht auf die Welt.

Doch auf einem Gebiet sind Koheis spitze Bleistifte eine einsame Spitze, und das ist Metall. Ob eine – angeblich einfache – Schraube oder ein cooler Kühler, alles Metallische ist von der Realität nicht zu unterscheiden. Die Bilder wirken raumgreifend und erobern die dritte Dimension.

Über 200 Stunden arbeitet der Zeichner an einem einzigen Werk – ein enormer Aufwand. Zwar frage ich mich manchmal bei dem Anblick von einem dermaßen aufwendig gezeichneten Gewinde, ob es ein Foto mit einer Prise Photoshop auch nicht gemacht hätte. Aber Kohei beweist uns: Keine Fotografie wird die Malerei jemals ersetzen und dem Menschen den Wunsch nehmen, nach einem schlanken Stift zu greifen und das jungfräulich weiße Blatt Papier Strich für Strich in ein Meisterwerk zu verwandeln.








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