Bei technischen Geräten zählt bei mir oft der erste Eindruck. Wenn ich das Gerät auspacke, will ich sofort spüren dass sich die Investition gelohnt hat. Als One Livingroom Insider möchte ich heute über die Einrichtung des Fujitsu Esprimo Q1510 sprechen. Vorallem liegen mir die vielen Kleinigkeiten am Herzen, die die Begeisterung noch deutlich steigern könnten.

Als ich vor etwa zwei Monaten meine Canon EOS 550D das erste Mal in den Händen hielt, freute ich mich wie ein Kleinkind – das erste eigene Video in HD? Es funktionierte, sie lag gut in der Hand, das Ergebnis war überwältigend. Bei dem Anschaffungspreis eine zu erwartende Reaktion.

Nun bekam ich letzte Woche meinen Fujitsu Esprimo Q1510 als Testgerät geliefert. Der erste Eindruck stimmte, das Paket war ordentlich aufgemacht, der Inhalt gut sortiert. Ich packte alles aus und las mir zumindest die wichtigsten Dokumente durch. Denn was man bei anderen Herstellern oft vermisst, war hier in Hülle und Fülle vorhanden: Dokumentationsmaterial, CDs und Zubehör. Ich habe Recovery CDs, Batterien und Putztücher gesehen. Zwei Mäuse, eine Tastatur, ein USB-Stick – Rundum, alles da.

Noch mehr Begeisterung durch Verbesserung von Kleinigkeiten

Im Anschluss ans Auspacken sind mir allerdings ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die mich ein paar Nerven gekostet haben. Ich denke hier kann man mit wenig Aufwand noch viel mehr Begeisterung für ein so praktisches Gerät wie den Fujitsu Esprimo Q1510 herausholen.

  • Fehlendes HDMI-Kabel: Als ich das Gerät an den Fernseher anschließen wollte fiel mir auf, ein HD-Kabel ist gar nicht dabei. Dann ging erstmal die nervige Suche in meiner riesigen Kabeltasche los. Mit Erkältung und wenig Zeit, konnte ich das eigentlich nicht gebrauchen.
  • Langes Hochfahren: Bis man tatsächlich etwas auf dem Fernseher sieht vergehen einige Minuten. Gerade hier sollte man schnell etwas für die Begeisterung tun. Den zurückgelehnten Herren hab ich sicher über 10 Minuten gesehen – selbst das Nachahmen seiner Haltung hat nicht geholfen.
  • Keine Vorstellung der Möglichkeiten: Das mag jetzt vielleicht eher dem Test-Wettbewerb geschuldet sein. Wir haben das Gerät ja kostenlos gestellt bekommen ohne genau unsere Anfordungen zu kennen. Dennoch fände ich es toll, wenn mir zu Beginn in einem kurzen (FullHD)-Video gezeigt wird, was ich mit dem Esprimo alles machen kann. Das kleine Ding hat so viel Potential – warum nicht erstmal massiv darauf eingehen bevor man weiter geht?
  • Winzige Schrift auf dem Fernseher: Klar kommt das Bild über HDMI in feinster FullHD-Auflösung. Doch was das für die Schriftgröße bedeutet kann man sich fast denken: Sie ist winzig klein! Ich sitze nur 2,5m Meter von meinem 42″ Fernseher entfernt und habe gute Augen. Aber die mikroskopisch kleine Schrift war selbst für mich kaum zu entziffern. Und wenn man dann noch das erste Mal vor Windows 7 sitzt, braucht man erstmal eine Weile bis man die entsprechende Einstellung in der Systemsteuerung gefunden hat. Mehr als 150% Schriftgröße sind hier übrigens auch nicht möglich.
  • Kein „Exit“ auf der Fernbedienung: Alle meine Fernbedienungen kennen die „Exit“-Taste. Die mitgelieferte leider nicht.
  • Bild am Rand abgeschnitten: Ich hab mich gewundert, das Bild vom Esprimo war an allen Seiten um etwa 5% abgeschnitten. Verzweifelt habe ich nach einer Einstellung gesucht, bis mir die Idee kam den s.g. „Overscan“ vom Fernseher zu deaktivieren. Das hätte man in oben angesprochenen Vorstellung sicher mal erwähnen können.
  • Passwort eingeben: Wie bei Windows üblich soll man beim ersten Start seinen Benutzer anlegen. Inklusive Angabe des Passworts. Doch will ich mich bei einem Entertain-Gerät wirklich jedes mal mit Name und Passwort anmelden? Ein frustrierender Schritt, wie ich finde.
  • Windows Updates: Das Gerät lief keine halbe Stunde, da fragte es mich schon dezent, ob ich nicht mal neustarten möchte. Schließlich wären ja Updates verfügbar. Ich frage mich: Muss das im aktiven Zustand passieren? Wenn ich das Gerät gerade nutzen will? Ich schau mir eine BluRay an, bin tief im Film versunken und dann werde ich gefragt ob ich nicht Updates auf meinem Abspielgerät fahren möchte? Mein T-Home-Entertain Receiver macht das, wenn ich schlafe!
  • Beim Browser-Start, PageRank abgefragt: Wenn ich den Browser das erst Mal starte, überrascht mich eine Nachricht von der Google Toolbar. Will ich den Bestimmungen zur Nutzung des PageRank zustimmen? Nein? Dann die Google Toolbar deinstallieren? Hä? Ich will einfach nur im Internet surfen!
  • Kein Flash installiert: An sich für Windows-Systeme üblich. Aber auf einem Entertain-Gerät fürs Wohnzimmer irgendwie nervig: Flash muss noch nachinstalliert werden. Ich will doch einfach nur Surfen. Nicht mehr und nicht weniger. Zumal diese „Fehlermeldung“ für Otto-Normal-User auch nicht so richtig klar macht um was es hier geht.
  • Zurück-Taste an der Maus: Zugegeben, ich bin vielleicht etwas verwöhnt. Doch eine Zurück-Taste an der Maus wäre für das Surfen auf der Couch echt praktisch.
  • Windows Media Player stellt Fragen: Auch hier ein für Wohnzimmer-Geräte unnötiger Schritt, die Einrichtung des Media Players (einer der wichtigsten Funktionen auf dem Gerät)
  • Ausschalten, Standby? Das hab ich noch nicht so ganz raus: Wenn ich auf der Fernbedienung den Mond (auch schwer zu verstehen) drücke, fährt der kleine Magier anscheinend in den Ruhezustand. Doch dafür blinkt die Lampe an der Front des Gehäuses. Nach 2 Minuten fährt er wieder hoch – ohne mein Zutun. Muss ich ihn wirklich jedes Mal komplett ausschalten?

Fazit zur Einrichtung

Versteht mich nicht falsch, das Gerät hat unheimliches Potential. Ich glaube man könnte sogar locker Videoschnitt auf dem kleinen Wunderklotz betreiben. Hier ging es nur um kleine Schwachstellen bei der Einrichtung – mit etwas Tuning könnte man hier sicherlich noch einiges an Kunden-Begeisterung rausholen.

Was meint ihr? Wäre der Esprimo was für euch?