Die Gelegenheit für gute Hochzeitsfotos ergibt sich für die meisten Paare nur einmal im Leben. Ob die Fotos am Ende tatsächlich alle begeistern, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Stimmt Wetter, Laune und Location ist gerade erst die Hälfte geschafft. Wie wichtig die Nachbearbeitung der Bilder ist, oder was man tatsächlich noch aus den Fotos machen kann, zeige ich euch an 49 Beispielen in einem spannenden Vorher-Nacher-Vergleich.

Bewege die Maus über ein Bild um zu sehen, wie es vor der Bearbeitung aussah

Anfang September wurde ich eingeladen die Hochzeit von Cathrin und Stephan fotografisch zu begleiten. Von morgens bis abends.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung waren die Bilder vom Brautpaar. Wir nutzten dazu eine Wiese neben der Kirche in Ratingen für die ersten Schnappschüsse und den Medienhafen in Düsseldorf für das große Set. Das Wetter war tatsächlich perfekt: Blauer Himmel, kaum Wolken, gefühlte 30°C. Im September wohlgemerkt.

Die Statistik der Hochzeit: 3,7 Fotos pro Minute

Insgesamt sind innerhalb von 13 Stunden 2.860 Bilder mit zwei Canon EOS 550D entstanden (genaues Equipment ganz unten). Ich hatte große Mühe den 20 GB großen Datenhaufen in – für das Hochzeitspaar erträgliche – 1.274 ausgewählte Fotos umzuwandeln. Jedes einzelne davon habe ich mit Adobe Lightroom 3 bearbeitet. Die besten 49 seht hier in einem spannenden Vorher-Nacher-Vergleich.


Die großen Pannen der Hochzeitsfotografie – und was dagegen hilft

Will man die (mehr oder minder) wichtigsten Momente des Lebens bestmöglich mit der Kamera einfangen, können sich zahlreiche Hürden auftun: Vergisst der Fotograf das entscheidende Equipment, sei es auch nur ein Satz Batterien, oder nähert sich die Abendsonne viel zu schnell dem Horizont? Liegt die Haarsträhne der Dame falsch im Gesicht, ist der Schlips des Herren schief gebunden? Oder verzichtet man aufgrund von Zeitmangel auf die entscheidende Nachbearbeitung der Bilder? Viele Dinge können bei einem Hochzeitsshooting schief laufen. Ein paar gute Tipps sind da sehr hilfreich.

Gerade als Fotograf ist hier die Vorbereitung extrem wichtig. Ich gehe die Situation vorher einfach mehrmals komplett durch.

Was brauche ich wirklich, was nehme ich mit?
Kamera, Objektive, Stative, Blitze. Und mein Handy mit den wichtigsten Nummern der Hochzeitsgesellschaft.

Was sollte ich dazu nicht vergessen?
Speicherkarten, Reinigungsmittel, Batterien, Ladegeräte. Und Kabel/Speicherkartenlesegerät falls die Fotos doch mal schnell irgendwo drauf müssen.

Was könnte unter Umständen hilfreich sein?
Eine zweite Speicherkarte, zusätzliche Batterien und Akkus. Man kann nie zuviel davon dabei haben.


Auf welch schräge Ideen könnte man kommen?
Taschenlampe, Wäscheklammern, Klebestreifen, Faden, Schere.

Was ziehe ich an?
Dem Anlass entsprechend, Anzug, Hemd, Krawatte und gute Schuhe – aber insgesamt bitte so unauffällig wie möglich.

Entscheidende Frage:
Kann ich alles alleine tragen?


Wie ist der Zeitplan?
Wo muss ich hin? Wie komme ich hin? Wo geht es hin? Wer nimmt mich mit? Vorher die Location im Internet/vor Ort abchecken. Bereits die besten Plätze ausfindig machen.

Wie wird das Wetter?
Brauch ich bei Regen Schutz für das Equipment? Wird es sandig, staubig, matschig? Wo steht die Sonne wenn wir an der Location ankommen. Kann ich mit oder gegen die Sonne fotografieren? Doch lieber im Schatten?

Am Ende: Alles ausdrucken und mitnehmen!

Für das gute Gefühl ist es natürlich ganz hilfreich, diese Frage nicht erst am späten Abend vor der Hochzeit zu stellen. Das klappt auch 2-3 Tage vorher schon ganz prima.

Abschließend lässt sich sagen: Auf den Fotografen muss Verlass sein. Das Hochzeitspaar kann sich nicht um die Bedürfnisse des einzelnen Herren / der einzelnen Dame kümmern. Die beiden haben während ihrer Hochzeit genug zu tun. Man muss da sein. Parat sein. Immer am richtigen Ort. Mittendrin. Ohne groß aufzufallen. Und dann geht schon alles seinen Gang.


Die Auswahl und Bearbeitung der Hochzeitsfotos

Am Tag nach der Hochzeit spürte ich eine leichte Unsicherheit. Ja fast Unzufriedenheit. Weniger mit der Hochzeitsdokumentation, die war sehr ausführlich und gut, viel mehr mit den so wichtigen Einzelbildern des Brautpaares. Die Location war schwierig, wir hatten die Zeit im Nacken. Der Wind hat mein Lichtstativ ordentlich ins Wanken gebracht. Viele Touristen waren im Medienhafen unterwegs. Es war heiß, wir drei schwitzten. Das Kleid wurde durch die moosige Brücke sehr dreckig. Und ich hab nicht immer die richtigen Einstellungen der Kamera getroffen, wenn das Paar mal perfekt lächelte. Dann wurden auch noch die Batterien der Blitze träge. Doch die Zeit für einen Wechsel hatte ich nicht. So war fast jedes dritte Bild ohne entscheidendes Licht.

Doch bei der Auswahl und der späteren Bearbeitung in Adobe Lightroom 3 wurde mein Lächeln größer. Es war mal wieder Gold wert, am Medienhafen im RAW-Format fotografiert zu haben. Da ließen sich selbst die Fotos mit den anfangs schlechtesten Einstellungen noch retten. Ein großes Glück!

So lassen sich mit ein bisschen Fingerspitzengefühl, etwas weniger Sättigung, mehr Kontrast, einer leichten Vignettierung und weiteren leichten Farbanpassungen schon großartige Verbesserungen einfahren. Gefällt einem der Stil eines Fotos ganz besonders, lässt er sich in Lightroom prima übertragen – vorrausgesetzt das Zielbild weist eine ähnliche Helligkeit und ein ähnliches Motiv auf.
























Die Ausrüstung für gelungene Hochzeitsfotos

Wie schon im vergangenen Jahr bei der Hochzeit von Ana & Dominik konnte ich auf mein Sammelsurium an Canon-Kamera und -Objektiven zurückgreifen. Alles etwas günstiger geworden. Die genaue Auflistung seht ihr hier:

  • Kamera: Canon EOS 550D inkl. EF-S 18-55mm Objektiv (ab 565,48 EUR)
  • Batteriegriff: Canon BG-E8 (ab 119,29 EUR)
  • Zweiter Akku: Canon LP-E8 (ab 33,50 EUR)
  • Objektiv: Canon EF-S 18-135mm f3.5-5.6 IS (ab 287,99 EUR)
  • Objektiv: Canon EF 50mm 1,4 USM (ab 338,00 EUR)
  • Objektiv: Canon EF 70-300 1:4,0-5,6 IS USM (ab 429,76 EUR)
  • Gegenlichtblende: Canon ES-71 II für Canon EF 50mm (ab 24,35 EUR)
  • Gegenlichtblende: Canon EW-73 B für Canon EF-S 17-85mm (ab 27,35 EUR)
  • Speicherkarte: SanDisk SDHC-Card Ultra II 32 GB (ab 49,64 EUR)
  • 2 Blitze: Canon Speedlite 430EX II (ab 214,90 EUR)
  • Funkauslöser: RF-602 Canon Trigger Bundle: 1x Tx & 3x Rx (ab 69,81 EUR)
  • Softbox: 60×90 mit Universaladapter L (ab 65,00 EUR),
    flash2softbox-Adapter II mit Grundplatte XL 90mm (ab 44,90 EUR)
  • Stativ: Manfrotto 055XPROB Pro (ab 127,68 EUR),
    Manfrotto 804RC2 3-Wege-Neiger mit Wechselplatte (ab 55,99 EUR)
  • Festplatte: WD My Passport Essential 1TB 2,5 Zoll (ab 86,48)
  • Batterien: Sanyo eneloop AA Mignon 8er Pack (ab 14,00 EUR),
    Sanyo Ladegerät (ab 14,25 EUR)
  • Kamerarucksack: Lowepro Flipside 400 AW SLR (ab 92,78 EUR)

Eigene Meinung? Immer her damit

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Was kann ich noch für euch tun?