Hochzeitsfotos bearbeiten: 29 Vorher-Nachher Bilder im Vergleich - detailverliebt.de
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Hochzeitsfotos bearbeiten: 29 Vorher-Nachher Bilder im Vergleich

Die Gelegenheit für gute Hochzeitsfotos ergibt sich für die meisten Paare nur einmal im Leben. Ob die Fotos am Ende tatsächlich alle begeistern, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Stimmt Wetter, Laune und Location ist gerade erst die Hälfte geschafft. Wie wichtig die Nachbearbeitung der Bilder ist, oder was man tatsächlich noch aus den Fotos machen kann, zeige ich euch an 49 Beispielen in einem spannenden Vorher-Nacher-Vergleich.

Bewege die Maus über ein Bild um zu sehen, wie es vor der Bearbeitung aussah

Anfang September wurde ich eingeladen die Hochzeit von Cathrin und Stephan fotografisch zu begleiten. Von morgens bis abends.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung waren die Bilder vom Brautpaar. Wir nutzten dazu eine Wiese neben der Kirche in Ratingen für die ersten Schnappschüsse und den Medienhafen in Düsseldorf für das große Set. Das Wetter war tatsächlich perfekt: Blauer Himmel, kaum Wolken, gefühlte 30°C. Im September wohlgemerkt.

Die Statistik der Hochzeit: 3,7 Fotos pro Minute

Insgesamt sind innerhalb von 13 Stunden 2.860 Bilder mit zwei Canon EOS 550D

entstanden (genaues Equipment ganz unten). Ich hatte große Mühe den 20 GB großen Datenhaufen in – für das Hochzeitspaar erträgliche – 1.274 ausgewählte Fotos umzuwandeln. Jedes einzelne davon habe ich mit Adobe Lightroom 3

bearbeitet. Die besten 49 seht hier in einem spannenden Vorher-Nacher-Vergleich.

Die großen Pannen der Hochzeitsfotografie – und was dagegen hilft

Will man die (mehr oder minder) wichtigsten Momente des Lebens bestmöglich mit der Kamera einfangen, können sich zahlreiche Hürden auftun: Vergisst der Fotograf das entscheidende Equipment, sei es auch nur ein Satz Batterien, oder nähert sich die Abendsonne viel zu schnell dem Horizont? Liegt die Haarsträhne der Dame falsch im Gesicht, ist der Schlips des Herren schief gebunden? Oder verzichtet man aufgrund von Zeitmangel auf die entscheidende Nachbearbeitung der Bilder? Viele Dinge können bei einem Hochzeitsshooting schief laufen. Ein paar gute Tipps sind da sehr hilfreich.

Gerade als Fotograf ist hier die Vorbereitung extrem wichtig. Ich gehe die Situation vorher einfach mehrmals komplett durch.

Was brauche ich wirklich, was nehme ich mit?
Kamera, Objektive, Stative, Blitze. Und mein Handy mit den wichtigsten Nummern der Hochzeitsgesellschaft.

Was sollte ich dazu nicht vergessen?
Speicherkarten, Reinigungsmittel, Batterien, Ladegeräte. Und Kabel/Speicherkartenlesegerät falls die Fotos doch mal schnell irgendwo drauf müssen.

Was könnte unter Umständen hilfreich sein?
Eine zweite Speicherkarte, zusätzliche Batterien und Akkus. Man kann nie zuviel davon dabei haben.

Auf welch schräge Ideen könnte man kommen?
Taschenlampe, Wäscheklammern, Klebestreifen, Faden, Schere.

Was ziehe ich an?
Dem Anlass entsprechend, Anzug, Hemd, Krawatte und gute Schuhe – aber insgesamt bitte so unauffällig wie möglich.

Entscheidende Frage:
Kann ich alles alleine tragen?

Wie ist der Zeitplan?
Wo muss ich hin? Wie komme ich hin? Wo geht es hin? Wer nimmt mich mit? Vorher die Location im Internet/vor Ort abchecken. Bereits die besten Plätze ausfindig machen.

Wie wird das Wetter?
Brauch ich bei Regen Schutz für das Equipment? Wird es sandig, staubig, matschig? Wo steht die Sonne wenn wir an der Location ankommen. Kann ich mit oder gegen die Sonne fotografieren? Doch lieber im Schatten?

Am Ende: Alles ausdrucken und mitnehmen!

Für das gute Gefühl ist es natürlich ganz hilfreich, diese Frage nicht erst am späten Abend vor der Hochzeit zu stellen. Das klappt auch 2-3 Tage vorher schon ganz prima.

Abschließend lässt sich sagen: Auf den Fotografen muss Verlass sein. Das Hochzeitspaar kann sich nicht um die Bedürfnisse des einzelnen Herren / der einzelnen Dame kümmern. Die beiden haben während ihrer Hochzeit genug zu tun. Man muss da sein. Parat sein. Immer am richtigen Ort. Mittendrin. Ohne groß aufzufallen. Und dann geht schon alles seinen Gang.

Die Auswahl und Bearbeitung der Hochzeitsfotos

Am Tag nach der Hochzeit spürte ich eine leichte Unsicherheit. Ja fast Unzufriedenheit. Weniger mit der Hochzeitsdokumentation, die war sehr ausführlich und gut, viel mehr mit den so wichtigen Einzelbildern des Brautpaares. Die Location war schwierig, wir hatten die Zeit im Nacken. Der Wind hat mein Lichtstativ ordentlich ins Wanken gebracht. Viele Touristen waren im Medienhafen unterwegs. Es war heiß, wir drei schwitzten. Das Kleid wurde durch die moosige Brücke sehr dreckig. Und ich hab nicht immer die richtigen Einstellungen der Kamera getroffen, wenn das Paar mal perfekt lächelte. Dann wurden auch noch die Batterien der Blitze träge. Doch die Zeit für einen Wechsel hatte ich nicht. So war fast jedes dritte Bild ohne entscheidendes Licht.

Doch bei der Auswahl und der späteren Bearbeitung in Adobe Lightroom 3

wurde mein Lächeln größer. Es war mal wieder Gold wert, am Medienhafen im RAW-Format fotografiert zu haben. Da ließen sich selbst die Fotos mit den anfangs schlechtesten Einstellungen noch retten. Ein großes Glück!

So lassen sich mit ein bisschen Fingerspitzengefühl, etwas weniger Sättigung, mehr Kontrast, einer leichten Vignettierung und weiteren leichten Farbanpassungen schon großartige Verbesserungen einfahren. Gefällt einem der Stil eines Fotos ganz besonders, lässt er sich in Lightroom prima übertragen – vorrausgesetzt das Zielbild weist eine ähnliche Helligkeit und ein ähnliches Motiv auf.

Die Ausrüstung für gelungene Hochzeitsfotos

Wie schon im vergangenen Jahr bei der Hochzeit von Ana & Dominik konnte ich auf mein Sammelsurium an Canon-Kamera und -Objektiven zurückgreifen. Alles etwas günstiger geworden. Die genaue Auflistung seht ihr hier:

Eigene Meinung? Immer her damit

Hochzeitsbilder im Kasten, Bearbeitung abgeschlossen, Artikel für detailverliebt.de fertig, Brautpaar glücklich. Großartig!

Was kann ich noch für euch tun?

Robert Voigt vor 6 Jahren

Kommentare

  • Adriansagt:
    11. Oct. 2011 um 10:31

    Sehr schöne Fotos, auch wenn einige „Fehlerchen“ zu sehen sind zB das Foto wo der gute Herr einen Licht-Streifen im Gesicht hat (entstanden durch einen Blitz). Ansonsten denke ich ist das Paar sehr zufrieden und vielen Dank für dein „Behind the scene“ Artikel :).

    Ich persönlich finde es immer sehr interessant zu sehen wie ein Fotograf an sein Foto-Session dran geht. Ich glaube du hast dir davor ein paar gedanken gemacht, vieles ist sicherlich auch spontan entstanden :). Good Job

  • Petersagt:
    11. Oct. 2011 um 10:34

    ein kleines „how to do“ wäre schön…
    also am Beispiel eines Bildes wie du die Farbreduktion, Vignetierung etc hinzugefügt hast

  • Andisagt:
    11. Oct. 2011 um 10:54

    Schöne Fotos. Bin beeindruckt. Moderner Look, der aber dennoch das besondere des Tages transportiert. Hut ab! Ich muss Peter beipflichten: Könntest Du vielleicht anhand von ein oder zwei Fotos die Nachbearbeitung step-by-step erklären. Für mich ist es immer interessant, wie man an die Ergebnisse kommt. Oder ist das ein „Betriebsgeheimnis“?

  • Christophsagt:
    11. Oct. 2011 um 11:32

    ich persönlich mag die hohen blenden nicht, sprich die große tiefenschärfe. macht das ganze bild unruhig und lenkt vom brautpaar ab. besonders gefährlich bei den ersten bildern mit den bäumen und blättern – sehr unruhig.
    Vor allem bei frauen sollte man aufpassen mit hohen blenden, da man sonst jede falte und pore sieht. außer man bearbeitet jedes bild entsprechend nach, was bei 1000 bildern unbezahlbar ist.
    ich bevorzuge lichtstarke objektive (1.2, 1.8, 2.8) und ne vollformatkamera.

    abgesehen von der kritik – die farben vieler bilder gefallen mir hingegen sehr.

  • Sam Razrsagt:
    11. Oct. 2011 um 12:51

    Sehr schöne Fotos, ein paar finde ich teilweise etwas zu hell im Gesicht, aber das ict auch her Geschmacksache. How To wäre aber eine nette Sache ;)

  • Tomsagt:
    11. Oct. 2011 um 15:12

    Naja, abgesehen von einigen Bildern frag ich mich wann überhell in Mode gekommen ist. Aber solang das Brautpaar glücklich ist. Wobei ich Ihnen wünsche, das Du ihnen auch die unbearbeiteten Bilder zur Verfügung stellst damit sie selbst entscheiden können ob sie natur oder bearbeitet haben möchten.

  • Mikosagt:
    11. Oct. 2011 um 22:09

    Hi, finde die Bilder super bearbeitet. Mich würde eine kleine Fotostrecke, wie man an die Ergebnisse kommt, auch sehr freuen! Weiter so!

  • Annasagt:
    13. Oct. 2011 um 16:29

    Vielen Dank für deinen Bericht!
    Ich bin momentan irgendwie in so einem kleinen „Fotografietief“ und „muss“ bald auf der Silberhochzeit meiner Tante fotografieren und war durchaus noch ein bisschen unsicher/unmotivert.
    Dein Bericht hat mir aber nochmal gezeigt, dass alles eigentlich halb so wild ist und mir nochmal vor Augen gehalten, dass ich da eigentlich schon Bock drauf habe ;) Danke dafür!

    Schöne Bilder und moderner Bearbeitungsstil.
    Ich schließe mich da einfach meinen Vorrednern an, ich wäre auch interessiert an dem ein oder anderen Beispiel, welche Regler du wo verstellt hast …
    Ich bearbeite meine Fotos meist in Photoshop, weil ich das Programm einfach kenne (arbeite täglich damit) und hatte bisher immer nicht so die „Zeit“ mich in Lightroom einzuarbeiten, obwohl ich weiß, dass es ein gutes Programm ist und man da viele Vorteile hat im Gegensatz zu Photoshop. Man muss es nur auch einfach mal nutzen und n bisschen damit rumspielen :)

    Viele Grüße.

  • Petersagt:
    17. Oct. 2011 um 11:37

    Also ich finde viele der Bilder sähen in den natürlicheren Farben viel besser aus. Immer dieses heller gemache und dann die „braunfärbung“ gefällt mir bei vielen Bildern nicht, da wäre das natürliche mit einer sinnvollen Helligkeitsanpassung bzw. Kontrastoptimierung besser gewesen. Bin auch der Meinung, dass du die Bilder dem Bratupaar zusätzlich unverfälscht geben solltest!

    Grüße Peter

  • Bildbearbeitungsagt:
    31. Jan. 2012 um 12:01

    Hallo, eine nette detailverliebte Zusammenstellung! Ich finde das Foto mit dem Lichtreflex besonders schön, dass passt zum Hochzeitspaar! Die Vignettierung am Rand ist allerdings bei vielen Fotos zu stark, man sollte bedenken das es sich um Hochzeitaufnahmen handelt und da sollte mit „Schwarz“ vorsichtig umgegangen werden ;)

  • Martin Ademeitsagt:
    03. Apr. 2012 um 18:32

    Ich finde die Fotos sind gut geworden. Ist eben euer Stil und muss eben gefallen. Mir tut´s .
    Eine Frage hätte ich auch hier.
    Habt ihr bei den Aufnahmen aufgrund der Kleidung hell/dunkel etwas mit der Belichtungskorrektur an der Kamera gemacht? Man liest ja immer bei weißen Brautkleidern 1 Blende überbelichten, damit es nicht grau wird.
    Gruß,Martin

  • Robert Voigtsagt:
    03. Apr. 2012 um 19:40

    Hallo Martin, auch hier noch mal!

    Davon hab ich ehrlich gesagt noch nichts gehört. Überbelichten fände ich bei Brautkleidern eher schwierig, weil es ja meist die hellste Partie des Bildes ist. Wenn man hier dann nur noch einen weißen Klumpen erkennt, weil Bereiche ausgebrannt sind, hat ja auch keiner was davon, oder? :)

  • pierresagt:
    05. Nov. 2012 um 16:54

    viele der bilder sind ja ganz gut gelungen, moderner touch usw. doch solltest du der bildgestaltung mehr beachtung schenken. so ist der fernsehturm in vielen bildern zu nah am brautpaar oder sogar direkt dahinter – das lenkt zu sehr ab! ich würde auch mehr mit der schärfentiefe spielen, denn das richtige objektiv dazu hast ja!

  • claussagt:
    23. Jul. 2016 um 00:35

    Also ganz ehrlich, wie kann man sich mit einer so mangelnden Kenntniss der Fotografie an Braupaaraufnahmen wagen!? Abgesehen von ein paar verspielten Spezialefekkten, die aber auch geschmacksache sind und eigentlich nur von der grottenschlechten Bildgestaltung ablenken sollen, finde ich, das Du alles an der Bildgestalltung falsch gemacht hast. Überall wachsen den Paaren Stangen, Schornsteine oder Drähte aus dem Kopf. Die Hintergründe sind meistens eine Kathastrophe und lenken total von dem Paar ab. Der Fernsehturm kippt und ich verenke mir den Hals beim betrachten. Ich sehe überall hin aber nicht so sehr auf das Brautpaar. Die anderen Elemente im Bild lenken meinen Blick immer wieder ab.
    Zumindest sitzt die Schärfe, dank automatischem Autofokus.
    Diese Kritik ist nur deshalb so hart geworden um dir zu zeigen, das Du nicht mal ein Amateur bist sondern nur ein Knippser. Das soll nicht heißen das es mit der Fotografie bei Dir nichts werden kann. Aber Du solltest anfangen kritischer mit Deinen Bildern umgehen und auch ein paar Bücher über Bildgestaltung lesen, bevor Du den Paaren ihren schönsten Tag versaust. Aber eigentlich sind die Paare selber Schuld wenn sie keinen Profi nehmen.

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