Normalerweise schreiben wir hier über die schönen Dinge des Lebens. Dinge, die uns gefallen, helfen und inspirieren. Heute Nachmittag allerdings nicht! Heute möchte ich Euch von einer Sache berichten, die mich ziemlich geärgert hat. Dieses Blog-Posting richtet sich an die Firma 1&1 und insbesondere an unseren Freund und Helfer in der Not: Werbegesicht, neueste Innovation und „Leiter Kundenzufriedenheit“ Marcell D’Avis.

Zur Vorgeschichte: Ich bin ein Mensch mit einem recht ausgeprägten Telefonverhalten. Kaum steige ich ins Auto, fange ich an zu telefonieren. Ich telefoniere viel und ich telefoniere in alle verschiedenen Netze. Bis dato tat ich das mit einem T-Mobile-Knebelvertrag. Vom aller feinsten sag ich Euch! Aber selber Schuld. Ich wollte damals ein iPhone haben, vor knapp 2 Jahren. 120 Freiminuten inkl. Internet und das für 34,99 € im Monat als Student. Wird schon reichen dachte ich mir… Aber denkste! Ehrlich gesagt, kann ich mich an keine zweistellige Handyrechnung mehr erinnern. Also kam dann Wohl oder Übel das Upgrade auf die T-Mobile All-Net-Flat für sagenhafte 89 Knaller im Monat. Studententarif, versteht sich… Aber egal. 2 Jahre sind im Oktober vorbei und die Suche nach einem neuen Provider meines Vertrauens ging los.

Nach allen Regeln der Kunst verglich ich aktuelle Angebote im Internet. O2 mit Kostenairbag? Oder doch wieder Base wie schon vor 4 Jahren? Ist Simyo eine Option? Was hat Vodafone denn im Angebot? Fragen über Fragen. Das wichtigste was mir, dass ich mich nicht in meinem Telefonverhalten zurücknehmen muss. Eine All-Net-Flat sollte es also sein. Internet brauche ich natürlich auch. SMS sind mir egal. Ausgegebenes Ziel: Kosten halbieren. Also irgendwo zwischen 50-70 € landen.

Dann stieß ich auf 1&1. Es war ein astreines Angebot. All-Net-Flat und Internet für legendäre 29,99 €. Und das alles im Vodafone-Netz! Bingo. Das ist es. Hut ab Herr D’Avis.

Nun hatte ich folgendes Problem: Mein gekündigter T-Mobile-Vertrag läuft noch bis zum 01. Oktober 2011. Doppelt bezahlen wollte ich eigentlich nicht. Doch das Angebot schien begrenzt. Der Slogan „Nur noch im Juni“ prangte auf der 1&1-Website. Zusätzlich hatte man einen feinen Countdown auf die Seite gebaut. Nur noch 8, 7, 6, 5-Tage lachte mich das Angebot immer wieder an.

„Die Pappenheimer in der Marketing-Abteilung kenn ich“, dachte ich mir. Also Telefon in die Hand und bei 1&1 angerufen. Ich wollte mich erkundigen wie lange das Angebot nun wirklich noch gilt und ob man nicht nen Deal machen könnte, dass ich jetzt zu den aktuellen Konditionen „unterschreibe“ und der Vertrag erst ab dem 01.10. läuft. Aber die Antwort kam klar und eindeutig: „Es ist eine Aktion. Nur noch im Juni. Danach wieder 39,99 €. Kein Deal.“. Das hatte gesessen!

Nun stand ich vor einem Gewissenskonflikt. Eigentlich wollte ich mir das Angebot nicht entgehen lassen, aber doppelt zahlen war auch doof! Naja, es kam wie es kommen musste. Am letzten Tag des Juni’s hab ich die Bestellung aufgegeben. Denn meine Rechnung sah so aus:

24 Monate Vertragslaufzeit * 29,99 = 719,76 € gegenüber: 24 * 39,99 = 959,76 €

Eine Ersparnis von 240 € minus die drei Monate, die ich „doppelt“ zahlen würde, das wäre immer noch eine Ersparnis von 150 €.

Was folgte? Ab dem 01. Juli ein unbefristetes Angebot für 29,99 €. Ich kam mir latent verarscht vor! Ich liebe es Geschäftsbeziehungen auf solch einer Grundlage einzugehen. Jegliche Vorschuss-Lorbeeren über das tolle Angebot waren mit einem Webseiten-Aufruf dahin! Die 90 Euronen hätte ich besser im Rhein versenkt!

Also ehrlich Leute! Sich einfache und transparente Tarife auf die Fahne schreiben, den Leiter Kundenzufriedenheit ins Fernsehen zerren und dann so ne Nummer? Das habt Ihr doch gar nicht nötig! Wenn Ihr doch in der Lage seid, solch ein Angebot über einen längeren Zeitraum anzubieten, dann kommuniziert doch offen und ehrlich. Was soll so ein Nepp von wegen „läuft nur noch X Tage“. Natürlich steigen dann Eure Verkaufszahlen zum Ende des Monats. Kurzfristig! Aber viel wichtiger ist doch eine hohe Kundenzufriedenheit. Seien wir doch mal ehrlich. Hättet Ihr mir die Möglichkeit gegeben, Euer Angebot nach meinem Vertragsende bei der Telekom warhzunehmen, hätte ich nun sicherlich eine bessere Meinung über Euch. Ich hätte meinem Bekanntenkreis von dem tollen Angebot erzählt. Und wäre ich dann weiterhin zufrieden gewesen, wer weiß, vielleicht wäre ich irgendwann DSL-Kunde bei Euch geworden. Aber so beginnt unsere Vertragsbeziehung doch eher negativ.

So, genug aufgeregt. Morgen geht’s weiter mit schönen Dingen.

Bei welchem Handy-Provider seid Ihr? Seid Ihr zufrieden? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!