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Kann man sich mit der ganzen Welt messen?

Es gab Zeiten da muss es recht einfach gewesen sein, sich als der oder die Beste bezeichnen zu können. Der globale Austausch der heutigen Zeit war noch weit entfernt und man hatte einen überschaubaren Kreis an Menschen mit denen man sich messen konnte. Doch wie ist es heute?

Sicherlich gab es damals in jeder Sippe, in jedem Stamm, in jedem Dorf, in jeder noch so bunt zusammengewürfelten Gemeinde spezialisierte Menschen mit ganz bestimmten Fähigkeiten. Es fing mit den besten Jägern in der Steinzeit an, ging über die besten Schmiede der Neuzeit bis hin zu den Genies der Physik wie beispielsweise Albert Einstein in der jüngeren Vergangenheit. Wahrlich nicht jeder bleibt mit seinem Namen in Erinnerung – sollte er überhaupt schon einen besessen haben.

Ein üppiges Überangebot

In der heutigen Zeit hat ein Mensch der westlichen Welt mit dem Überangebot jeglicher Art zu kämpfen. Es geht hier weniger um das mehr als üppige Nahrungsangebot und die unnötige Überschussproduktion. Vielmehr um ein Überangebot an Talenten, außergewöhnlichen Sportlern und Genies jeden Genres. Ja selbst ein Überangebot an cleveren Geschäftsideen, hervorragenden Produkten und Dienstleistungen. Da all diese Dinge im globalen Bezug und vor allem im weltweiten Konkurrenzkampf stehen, stellt sich mir die Frage ob man sich überhaupt mit der ganzen Welt messen kann. Und ob man das überhaupt anstreben sollte.

Wollen wir uns überhaupt messen?

Dabei stellt sich mir bei dieser Überlegung zu allererst die Frage, warum man sich überhaupt messen will. Natürlich gibt es Zeitgenossen die abstreiten jedwede Art von Konkurrenzkampf und Schwanzlängenvergleich anzustreben. Doch liegt es nicht in der Natur des Menschen, nach mehr zu streben? Wären wir heute technologisch und kulturell so weit entwickelt wenn sich unsere Vorfahren vor Jahrtausenden am Lagerfeuer mit einer frischen Keule Fleisch in den schmutzigen Händen einfach gedacht hätten, ach, ich bin glücklich, so kann es bleiben? Ein noch vor kurzem in den Kinos anzutreffender Film beschreibt unser ganzes Sein mit einem – meiner Meinung nach – äußerst passenden Titel: „Das Streben nach Glück“. Selbst in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten hat dieser Begriff mit „Pursuit of Happiness“ seinen Platz gefunden. Sind wir nicht unser ganzes Leben auf der Suche nach unserem persönlichen Glück? Was ist Glück?

Damit wäre ein Grundstein für die Beantwortung der Frage nach dem „Warum wir uns messen“ gelegt. Denn der Wettkampf, die Konkurrenz, das Bestreben besser sein zu wollen endet beim erfolgreichen Abschluss mit dem Wohlfühl-Faktor. In welcher Form auch immer – Glückshormone werden ausgeschüttet. Wir wollen uns verbessern. Wir wollen der Beste sein.

Können wir uns überhaupt messen?

Doch können wir uns dabei tatsächlich mit der ganzen Welt messen? Ist die Enttäuschung da nicht schon vorprogrammiert? Nehmen wir beispielsweise die Szene des Breakdance. Seit 2004 werden beim Red Bull Breakdance Championship One die 16 weltbesten „B-Boys“ gekürt. Wenn man bedenkt wie viele Menschen diese Tanzart, diesen Sport ausüben, eine wahrlich kleine Zahl. Und selbst wenn man diese hoch angesehene Veranstaltung gewinnt – ist man dann der Beste der Welt, oder kann sich zumindest so fühlen? Was ist wenn in irgendeinem stillen Kämmerlein jemand noch viel besser ist, sich aber nicht der Herausforderung des Wettkampfes stellen möchte?

Dies ist nur ein Beispiel, welches verdeutlicht, dass es eigentlich fast unmöglich ist, der Beste seines Fachs zu werden. Zumindest in den Genres, in denen man nicht der einzige ist. Es gibt Ausnahmetalente, ja. Doch meist lässt sich nicht sagen wer in welcher Wissenschaft, in welchem Sport oder in welchem Umfeld auch immer die Krone trägt. Menschen haben sich seit Lebzeiten gemessen. Ob es darum ging das größte Mammut erlegt zu haben, der mutigste der Sippe zu sein, sich als tapferster Ritter zu zeigen, bei den ersten olympischen Spielen zu gewinnen oder sich als „Worlds Best B-Boy“ seinen Nahmen alle Ehre zu machen.

Wir werden von unserer Umgebung geprägt

Letztendlich sollten wir nicht vergessen, dass wir sowohl von Familie und Freunden als auch von unserer Umgebung geprägt werden. Ein Weltrekord im 100m-Lauf kommt nicht ohne gute Trainer, Ernährungsberater und Schuhhersteller aus. Auch wenn viele Wettkämpfe nach Leistungen eines einzelnen aussehen (vgl. Formel1), steht meist ein großes Team an Unterstützern dahinter. Man sollte sich also weniger Gedanken machen, ob man der Beste ist oder nicht. Viel mehr sollte man darüber nachdenken was man für sich und seine Umwelt tun kann um bei den Menschen in Erinnerung zu bleiben. Es ist die Summe aller Eigenschaften und Fähigkeiten die einen Menschen zum Sieger machen.

…und was das Thema „Talente“ angeht, zum Abschluss noch ein kleiner Hinweis.

Robert Voigt vor 8 Jahren

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