Marmor war lange das Mittel der Wahl, um Büsten herzustellen. Im Grunde lassen sich die dreidimensionalen Porträtdarstellungen jedoch aus zahlreichen Materialien fertigen. Long-Bin Chen sorgt mit seiner Materialwahl dennoch für Aufsehen. Für seine Kunstwerke schneidet er nämlich Oberkörper aus alten Büchern und Katalogen. Ähnlich wie sich Adern durch polierten Marmor ziehen, beweisen die gestapelten Seiten eine eindrucksvolle eigene Ästhetik. Chen kommentiert mit seinen Bücherbüsten einerseits den Konsumwahn unserer Welt, der Papiermüll en masse produziert, andererseits trauert er mit seinen büstegewordenen Papierbergen einer vordigitalen Ära der gebundenen Bücher nach. Dabei bin ich mir sicher, dass analoge Bücher, genau wie Schallplatten, die gerade ein Revival erleben, nie ganz aus der Mode kommen werden.

Long-Bin Chen is known for his skillful transformation of out-of-date books, newspapers, magazines, and computer paper into art that—when viewed from a distance—appears to be made of wood or marble. Chen’s work is not only a commentary on human consumption and waste, it also mourns the pre-digital era of bound books. His art approaches the book object as an aesthetic object and attempts to combine ideas and concepts from the East with those from the West.“
























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