Seine Plastiken sind kurzlebig, sogar äußerst kurzlebig. Ein Wimpernschlag, eine Millisekunde – und schon ist das fantastische Kunstwerk unwiederbringlich zerstört. In seiner neuen Fotoserie „Transient Sculptures“, zu Deutsch „Vergängliche Plastiken“ lässt der Fotograf Neil Grundy Textilstoffe tanzen. Im Hintergrund – eine schlichte und irgendwie verklärte Landschaft, ein graues Kirchengewölbe, eine gesichtslose Mauer. Im Vordergrund – seine Protagonisten, luftig-leicht und unglaublich plastisch.

Diese scheinbar seelenlosen Stofffetzen erwachen zum Leben, sie vollführen ihren psychedelischen, stummen Tanz – und erstarren, in das Objektiv der Kamera geraten. Jetzt sind sie für immer da, gefangen auf diesen kunstvollen, sogar magischen Bildern.

“Freeze-motion imagery is back on trend in the advertising world. This is a great way to injecting explosive energy into still life photography. All ads aim to grab your attention but, in our over-saturated media environment, this is increasingly difficult to achieve. Brands need simple but striking imagery to stand out from the crowd. To achieve this many advertisers and agencies are using freeze motion photography; breathing life into what could otherwise be rather dry and ordinary product shots.
It allows the brand to put its logo front and centre, but also lends excitement to the products themselves.”

Erstaunlich, aber ich erkenne hier menschliche Gestalten – da zwei wie im Gebet zum Himmel erhobene Arme, dort ein vom Wind aufgeblasener Kapuzenmantel, auf einem weiteren Bild zwei unsterblich Verliebte. Ich finde es faszinierend, wie eine einfache Idee, meisterhaft umgesetzt, dermaßen die Fantasie anregen kann.

Neil hat generell ein Faible für das Vergängliche. Seine Momentaufnahmen von zerberstendem Glas, von den sich im Wasser auflösenden Farben und farbenfrohen Explosionen geben uns den Einblick in das geheime Innenleben der Vorgänge, die unser Auge und Gehirn sonst nie erfassen würde.












(via) Copyright Neal Grundy