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Páraic Mc Gloughlin: faszinierende Fotosequenzen

Ist das ein uralter Stummfilm oder eine moderne Fotokunst? Die Fotoserie „Chase“ mit ihrer nostalgischen Anmutung stammt aus der Werkstatt von Páraic Mc Gloughlin, eines jungen Iren, der vor Kurzem seinen Abschluss in Polen gemacht hat. Die Aufnahmen in seiner Sequenz wurden wohl in seinem Studienort Posen gemacht: Bauwerke und Parks, Menschen und Fahrzeuge – und die omnipräsente Straßenbahn. Dazu noch die Gleise ohne Anfang und Ende, Gleise wie ein Alptraum von einer nicht enden wollenden Fahrt.

Mc Gloughlin schießt Tausende Fotos und verbindet sie zu einem nur auf den allerersten Blick seltsamen, an sich jedoch stimmigen Ganzen. „Panta rhei“, wie der weise Heraklit einst bemerkt hat: Alles fließt, nichts ist von Dauer, alle Dinge sind im Wandel begriffen. Gerade überquerte eine junge Frau die Straße, schon tritt ein alter Mann an ihre Stelle, welchem ein sportlicher Junge folgt. Gerade fuhr ein Krankenwagen vorbei, schon ist an seiner Statt ein munterer Roller zu sehen und im nächsten Augenblick – eine elegante Limousine. Oder gibt es diese vielen Menschen und Fahrzeuge gar nicht? Vielleicht ist es immer nur ein und dieselbe Person, ein und dasselbe Auto, die einer anderen, wandlungsfähigeren und flexibleren Welt als unsere entstammen? Wer weiß…

Jedenfalls entdecke ich in dieser Fotosequenz viel mehr als nur Momentaufnahmen einer Stadt irgendwo in Polen – ich sehe hier ein Stück visualisierte Philosophie.

(via)

Andreas Dittberner vor 1 Monat

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