Verlassen, vereinsamt und verstimmt stehen sie da, all die einst stolzen Flügel und Klaviere. Sie sind für immer verstummt, kein einziger klarer Ton ist ihrer Tastatur zu entlocken. Sie werden untergehen, sie sind verloren – doch zuvor dürfen sie noch einmal Romain Thiery für sein Projekt „Requiem for Pianos“ Modell stehen.

Der Franzose ist ein Pianist und Fotograf. Das langsame Sterben der Musikinstrumente zu erleben, tut ihm in der Seele weh. Doch was soll’s – das Schicksal schlug gnadenlos zu. Ob das Leben dieser Tasteninstrumente kurz oder lang war, ob darauf die herrlichen Walzer Josef Strauß’, die romantischen Nocturne Frédéric Chopins oder vielleicht die sonnigen Ragtime-Rhythmen von Scott Joplin gespielt wurden, bleibt für immer unbekannt.

„Profesional photographer specializing in abandoned heritage and pianist, the work of Romain Thiery has been constantly evolving and has been exhibited several times nationally and internationally. He now exhibits permanently in art galleries. a real passionate person, Romain is fortunate to be able to meet the two artistic worlds that are close to his heart: photography and pianos.“

Auf der Suche nach verlassenen Klavieren und Flügeln bereist Romain die entferntesten Ecken Europas. Seine Fotofunde stammen aus Italien und Polen, aus der Ukraine und auch aus Deutschland.

Die Szenerie wirkt beizeiten surreal, die Bilder scheinen aus einer postapokalyptischen Welt zu stammen. Aber warum fasziniert uns dermaßen der Zerfall? Denken wir vielleicht wehmütig an unser eigenes, unvermeidbares Ende? Oder verspüren wir eine klammheimliche Freude darüber, diese Miniapokalypse überlebt zu haben?


















(via) Copyright Romain Thiery