Das heute in Verruf gekommene Plastik mag immer noch hohe Umweltschäden verursachen, doch billig muss das Material keineswegs aussehen. Außerdem lassen sich Kunststoffe auch gezielt einsetzen und sinnvoll recyceln. Kurzum, Jie Wu von dem britischen Royal College of Art wollte unbedingt Kunststoffe veredeln und ihr unentdecktes Potential zutage fördern. Sein Projekt „Living in the Anthropocene“ beschäftigt sich mit der optischen Verschönerung von Kunstharzen. Dafür werden die Kunststoffe mit hochwertigem Rosenholz versetzt, wobei die Ausführung des jeweiligen Fertigungsauftrags eine intelligente Maschine übernimmt – es handelt sich um CNC-gesteuertes Fräsen und Bohren.

„As I continue to develop my creative practice, I hope my approach to resin making can be considered with a similar appreciation to how we view other more traditional long-lasting organic materials, such as marble.“ – Jie Wu

Als Ergebnis sind 16 stilvolle Miniaturboxen entstanden, eine kunstvolle Mischung aus natürlichen und künstlichen Werkstoffen. Der Autor will somit die Wahrnehmung von synthetischen Materialien durch den modernen Menschen untersuchen und ganz gezielt den Einfluss des äußeren Erscheinungsbildes der Gegenstände auf diesen Prozess analysieren.

Was ändert es, wenn eine Tupperdose plötzlich in einem museumsreifen Look daherkommt? Werden wir mit diesem Produkt liebevoller, behutsamer umgehen, auch wenn der Preis gleich bleibt? Vermutlich schon, denn dieses Designobjekt ist alles andere als alltäglich, es will bewundert werden und lädt uns dazu ein, es tagtäglich zu benutzen.

Auch nach Jahrzehnten in Gebrauch ist eine Holz-Plastik-Büchse daher weit davon entfernt, im Müll zu landen. So lässt sich das bedrohliche Plastikmüll-Problem auf eine kunstvolle Art lösen.







(via) Copyright Jie Wu