Seine Figuren tragen selten individuelle Züge, dafür sitzen ihre Helme perfekt. Doch diese Menschen zeigen auf eine andere Art Gesicht, nämlich durch ihre Affinität mit der hohen Kunst der Renaissance. Bildausschnitte mit romantischen Segelschiffen, kauenden Kühen oder verschneiten Landschaften Hollands lassen sich so gut wie auf jedem der ungewöhnlichen Gemälde von Jean-Pierre Roi entdecken.

“The iconography of 17th and 18th-century landscape painting serves as the common psychological anchor the figures in the paintings use to coordinate their efforts to bridge the split of their diverging reference frames,” an announcement states. “In the paintings, art itself transcends human narrative and the objective reality, to become something transcendent of both.”

Im Vordergrund steht meist eine Wett- oder andere Kampfszene, bei der sich die Protagonisten um einen mehr oder weniger imaginären Preis wetteifern. Was treibt sie an, worum geht es bei ihrem heftigen Streit? Ich sehe in diesen dynamischen Bildern eine Art Auseinandersetzung zwischen Alt und Neu, zwischen Moderne und Tradition. Jede Szene lässt sich im Sinne der Dialektik und somit zeitlos interpretieren.

Doch auch jenseits der philosophischen Ansätze sind Jean-Pierres Gemälde beeindruckend. Die schillernden Farben und die Liebe des Künstlers zur Geometrie, die expressive Dynamik und der surreale Kontext – das alles, zusammen mit der spannenden Vision dahinter, macht für mich die Bilder so sehenswert.








(via) Copyright Jean-Pierre Roi