Am Wochenende hab ich mich länger mit dieser Frage auseinandergesetzt und bin der Meinung, dass dies ein spannendes Thema für unseren Blog werden könnte.

Faszination Blog

Robert und ich bloggen nun seit einem knappen halben Jahr hier auf detailverliebt.de. Rechnet man die Vorbereitungszeit für den Blog-Launch mit ein, beschäftigen wir uns nun seit fast einem Jahr sehr intensiv mit dem Thema „bloggen“.

Schon vor detailverliebt.de war ich sehr fasziniert von der großen, weiten Blog-Welt zu der ich durch meinen geliebten Google-Reader Zugang hatte. Täglich entdeckte ich neue, spannende Themen über die man einfach sprechen musste. Schließlich kam eins zum anderen und Robert und ich waren stolze Betreiber eines eigenen Web-Blogs.

Was hat sich seit dem getan? Was hat sich geändert?

Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich meine Gedanken am besten strukturieren kann um Sie Euch leicht verständlich zu präsentieren. Schließlich komme ich an einer Pro- und Kontra-Liste nicht vorbei. Aber zunächst möchte ich Euch einige wichtige Punkte etwas detaillierter beschreiben. Klar ist, dass bei uns die positiven Aspekte deutlich überwiegen (sonst würden wir das alles nicht machen). Meiner Meinung nach kann man die positiven Aspekte, warum man sich mit Blogs beschäftigen sollte, bzw. darüber nachdenken sollte selbst einen Blog zu betreiben in fünf grundlegende „Kategorien“ unterteilen, diese wären:

  • Kommunikation
  • Bildung
  • Reputation
  • Freundschaft
  • Monetäre Anreize

Die Kommunikation stand bei Robert und mir ganz oben auf der Liste. Dadurch ist detailverliebt.de eigentlich erst entstanden. Denn nachdem Robert von Düsseldorf nach Berlin gezogen ist, wollten wir einfach in Kontakt bleiben. Wie sich herausgestellt hat ist für uns ein Blog dazu eine ideale Plattform. Das ist aber nicht alles was ich mit dem Aspekt „Kommunikation“ meine, denn auch die Gespräche mit den Lesern, sei es über die Kommentare, über Facebook oder Twitter sind so genial und unheimlich wertvoll. Es gibt nichts Besseres als verschiedene Meinungen zu einem Thema, was dich selbst interessiert zu lesen und darüber zu diskutieren.

Als zweite Säule im sehe ich die Bildung. Dieser Punkt war für mich im ersten Moment eigentlich gar nicht so präsent, doch mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich mich mit deutlich mehr Themen auseinandersetzte als ich das vor unserem Blog-Start gemacht habe. Ich lese in diesem Zusammenhang sehr viel und versuche immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Durch den Blog (und nicht zuletzt durch viele Leser, die uns auf spannende Kampagnen aufmerksam gemacht haben) lerne ich so Tag für Tag neue, wertvolle Dinge kennen, die mir im täglichen Leben und im Beruf schon oft weitergeholfen und mich inspiriert haben.

Dann folgt die Reputation. Ein Aspekt, dessen Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist. Im Wandel von der Off- zur Online-Gesellschaft wird eine gute Reputation im Internet immer wichtiger. Es geht darum sich selbst zu positionieren und sich einen „Namen zu machen“. Personal Branding ist in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort (ein kleiner Buchtipp am Rande: Klaus Eck – Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun!). Ich denke dieses Thema wird in Zukunft immer wichtiger, vor allem wenn es um die Jobsuche geht (denn welcher Personaler googelt denn nicht nach einem potentiellen Kandidaten?). Solltet Ihr dann mit positiven Eindrücken begeistern können, habt Ihr schon mal gute Karten.

Ich bin mir sicher, dass viele von Euch einen Job haben, in dem Ihr ohne das Internet nicht mehr arbeiten könntet (so ist es z.B. bei mir). Fällt die Internetverbindung aus könnten eigentlich alle nach Hause gehen. Dieses Beispiel verdeutlicht mir immer wieder wie Abhängig wir eigentlich sind.

Als nächstes sehe ich den Aspekt Freundschaft. Dieser ist eng im Zusammenhang mit der Kommunikation zu sehen. Meiner Meinung nach ist die Grenze zwischen „Facebook-Freund“ und „Real Life-Freund“ in vielen Fällen fließend. Fakt ist, dass man durch einen Blog sehr viele spannende Menschen kennenlernt. Durch diese interessanten Kontakte können dann über die Zeit auch tolle Freundschaften entstehen. Ich bin mir sicher, dass das auch kein unwichtiger Punkt ist.

Last but not least sollte man dann noch die monetären Anreize sehen, die das Bloggen mit sich bringt. Dies war bei uns nie der ausschlaggebende Punkt, dennoch freut man sich über jeden Euro der über Google-Adsense oder das Amazon-Affiliate reinkommt.

Zusammengefasst könnte man das Ganze dann so darstellen (so sah das Konstrukt zu diesem Artikel in meinem Moleskine aus):

  • Ich bin noch offener geworden und gebe jedem alltäglichen Eindruck die Chance mich zu begeistern.
  • Man lernt tolle Menschen kennen und beginnt spannende Diskussionen.
  • Man gewinnt neue Freunde
  • Es entstehen fantastische Ideen für neue Projekte.
  • Man freut sich über jeden Kommentar und jede noch so kleine Verbesserung in den Analytics.
  • Man bildet sich weiter.
  • Man freut sich über jeden Euro der über Adsense reinkommt.

Doch alles noch so positive hat auch meist eine Kehrseite der Medaille. So muss man auch die negativen Aspekte des bloggens sehen. Fakt ist, dass man für das strukturierte und regelmäßige bloggen Zeit braucht. Und Zeit ist wahrscheinlich das wertvollste Gut, was wir besitzen. Daher muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man für den Betrieb eines Blogs ein gutes Stück seiner wertvollen Freizeit aufgeben möchte.

Ich bin sehr begeisterungsfähig und es gibt so viele Sachen, die ich gerne machen würde. Doch oft bleibt einfach nicht die Zeit dazu alles unter einen Hut zu bekommen. Denn neben einem (laut Arbeitsvertrag) 40-Stunden-Job, wäre da noch das Abendstudium (welches sehr zeitintensiv ist) und der Sport (auf den ich nicht verzichten möchte). So kommt es nicht selten vor, dass ich mitten in der Nacht am Rechner sitze und Artikel schreibe. Klar kann man seinen Schlaf auf ein Minimum reduzieren, doch mit der Zeit leidet da die Gesundheit drunter. Das Thema Burnout (wie zuletzt beim geschätzten Blogger-Kollegen Martin Gommel) wird in diesem Zusammenhang immer gegenwärtiger. Man sollte wirklich früh aufpassen nicht in solch eine Spirale zu geraten und bei klaren Anzeichen die Notbremse ziehen. Denn was nützt ein gut-laufender Blog, wenn man dadurch krank wird?

Nun ist der Artikel doch ziemlich ausführlich geworden. Ich hoffe Ihr könnt meine Gedankengänge nachvollziehen. Als kleines Resümee kann ich Euch allen nur raten sich mit dem Thema „Blogs“ zu beschäftigen. Ein gut gefüllter RSS-Reader bringt so einen unheimlichen Mehrwert für alle die sich täglich im Netz bewegen. Kommuniziert, diskutiert und verbreitet Beiträge die Euch gefallen in Eurem Netzwerk. Schnell werdet Ihr merken, dass dort draußen unheimlich viele tolle Menschen sind mit denen man ins Gespräch kommen kann. Also ich find bloggen super!

Nun bin ich auf Eure Meinungen gespannt. Betreibt Ihr selbst einen Blog? Lest Ihr regelmäßig Blogs? Wie wichtig ist für Euch ein RSS-Reader? Blog oder Tageszeitung? Habt Ihr vielleicht noch weitere positive oder negative Aspekte die das Bloggen mit sich bringen? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!